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"Ich weiß nicht, ob ich mich daran gewöhnen werde, dass mich die Leute jetzt Sir Chris nennen."

(Der von der Queen zum Ritter geschlagene vierfache Bahn-Olympiasieger Chris Hoy)

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Deutschland Tour: Bertagnolli feiert Etappensieg

Gerdemann auch am Königstuhl souverän

01.09.2008 - Wiesloch (dpa/rsn/sid) - Linus Gerdemann bleibt das strahlende Aushängeschild der Deutschland-Tour. Der 25-Jährige vom Columbia-Team zeigte auch auf der zweitlängsten Etappe, die der Italiener Leonardo Bertagnolli (Liquigas) gewann, keinerlei Schwäche und verteidigte sein Gelbes Trikot.

"Am Ende war es eine sehr anspruchsvolle Etappe, aber unsere Taktik ist aufgegangen", sagte Gerdemann. "Ich bin sehr zufrieden, denn es ging mir nicht um den Tagessieg, sondern darum, die schärfsten Konkurrenten auf Distanz zu halten."

Hinter Bertagnolli erreichten der Kolumbianer Rigoberto Uran (Caisse d`Epargne) und Gerdemanns schwedischer Team-Kollege Thomas Lövkvist nach 214,9 Kilometern das Ziel im badischen Wiesloch. Gerdemann hatte als Neunter trotz einiger Attacken auf dem 530 Meter hohen Königsstuhl 23 Kilometer vor dem Ziel keine Mühe, seinen Vorsprung auf die zeitgleichen Verfolger Lövkvist (+0:17) und den Slowenen Janez Brajkovic (Astana/+0:20) zu verteidigen. Die Sprinter um den Pulheimer Gerald Ciolek (Columbia)spielten im Finale keine Rolle.

Zuvor hatten Milram-Kapitän Christian Knees und Gerolsteiner-Kletterer Johannes Fröhlinger, der 2009 zum nationalen Rivalen wechselt, die mit 214,9 Kilometern zweitlängste Etappe nach Wiesloch über weite Strecken geprägt. Knapp fünf Stunden lang fuhren die künftigen Team- Kollegen dem Feld voraus, nachdem sie kurz nach dem Start im fränkischen Herrieden erfolgreich attackiert hatten. Zwischenzeitlich erarbeitete sich das Duo ein Zeit-Polster von knapp acht Minuten, doch das Peloton hielt die beiden Ausreißer an der kurzen Leine.

Dank der Tempoarbeit von Columbia schmolz der Vorsprung stetig, im Anstieg zum 530 Meter hohen Königstuhl bei Heidelberg stellten die Favoriten um Gerdemann vor Tausenden von Zuschauern 26 Kilometer vor dem Ziel die beiden Ausreißer.

"Leider hat hinten im Feld Tempo richtig gemacht, was mir etwas unverständlich war, da wir beide für die Gesamtwertung sowieso nicht mehr in Frage kommen", sagte Knees nach dem Rennen. "Am Ende hat dann ein wenig die Kraft gefehlt, um bei der Führungsgruppe zu bleiben und noch um den Etappensieg zu sprinten.“ Lob erhielt der Euskirchener von seinem Teamchef: "Unsere Devise war Attacke, Attacke und nochmals Attacke", so Gerry Van Gerwen. "Das hört sich einfacher an als es ist, da es 148 Fahrer gibt, die das auch vorhaben. Heute hat es mit Christian endlich wieder geklappt. Auch wenn nichts Zählbares dabei herausgekommen ist, können wir absolut stolz auf die Leistung sein.“

Pech hatte Gerolsteiner-Kapitän Markus Fothen, zuvor Gesamtelfter, der in der Abfahrt auf regennasser Fahrbahn stürzte und im Ziel 38 Sekunden verlor. Er zog sich dabei jedoch nach eigenen Angaben keine schlimmeren Verletzungen zu und wird die Rundfahrt fortsetzen können.

Gerdemann hatte auch dank seiner starken Equipe alles im Griff und führt die D-Tour weiter souverän an - sehr zur Freude von Renn-Direktor Kai Rapp: «Wir wissen, dass es für die Veranstaltung gut ist.»

Fortgesetzt wird die Rundfahrt am Dienstag mit der 4. Etappe von Wiesloch nach Mainz. Das 174km lange Teilstück verläuft zunächst flach in Richtung Pfälzerwald, wo bei Kilometer 70 und 83 zwei Bergwertungen der dritten Kategorie anstehen. Zum Ziel hin fällt der Kurs ab, sodass die Sprinter erneut auf eine Massenankunft hoffen können.