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05.09.2008 - (rsn/sid/dpa) – Dejà vu bei der D-Tour: Auch auf der 7. Etappe über 214,3km von Neuss nach Georgsmarienhütte gelang es dem Feld nicht, eine erneut elf Fahrer starke Ausreißergruppe zu stellen. Mit dem Franzosen Stéphane Augé (Cofidis) gewann einer der aktivsten Fahrer des Tages. Augé setzte sich im Zielsprint vor seinem Landsmann Thierry Hupond (Skil Shimano) und dem Italiener Mauro da Dalto (Liquigas) durch. Johannes Fröhlinger (Gerolsteiner) wurde Vierter, der Berliner Jens Voigt (CSC-Saxo Bank), der den Sprint eröffnet hatte, belegte hinter Christan Knees (Milram) den sechsten Platz. Linus Gerdemann (Columbia) verteidigte vor dem entscheidenden Zeitfahren am Samstag sein Gelbes Trikot.
“Ich bin total glücklich”, freute sich der 33-jährige Augé im Ziel über seinen dritten Saisonsieg. “Unser Team hatte die ganze Woche viel gearbeitet, aber am Ende immer vergeblich gekämpft. Weil ich ganz gut sprinten kann, musste im Finale einfach abwarten. Die anderen attackierten früh, ich brauchte nur hinten draufzusitzen.” Der erfahrene Franzose feierte bereits seinen zweiten D-Tour Etappensieg. Im Jahr 2002 war er auf dem 6. Tagesabschnitt erfolgreich gewesen.”
Ein Happy End verpasste dagegen der entthronte Titelverteidiger. Jens Voigt musste sich nach einer beeindruckenden Vorstellung mit Platz sechs zufrieden geben und verpasste damit die wohl letzte Chance auf einen Tagessieg. "Ich wollte zeigen, dass ich hier nicht nur Trostpreise abräumen kann. Doch man hat gesehen, dass ich nur noch bei 70 oder 80 Prozent bin", sagte Voigt, der sich nach der Zieldurchfahrt völlig erschöpft an einer Eisdiele in einen Plastikstuhl fallen ließ. Am Vortag hatte er die erfolgreiche Fluchtgruppe noch verpasst und war daraufhin mit dem Tour-Pechvogel "ausgezeichnet" worden.
Voigt hatte den Sprint 300m vor dem Ziel lanciert, wurde dann aber schnell von Augé überholt. "Das Finale war recht knackig. Ich wusste, dass man die Ziellinie spät sieht, und bin deshalb von vorn gefahren. Leider hat es nicht gereicht", meinte Voigt.
Bester Deutscher wurde der Freiburger Johannes Fröhlinger (Gerolsteiner) auf Rang vier, vor Voigt landete auch noch Milram-Kapitän Christian Knees. "Für mich lief fast alles nach Plan. Am Ende musste ich eine Lücke zufahren. Das hat die Kraft gekostet, die mir am Ende gefehlt hat", sagte Knees.
Der Bonner verdarb seinem Team zudem einen PR-Coup. Als einziger Fahrer des Milram-Rennstalls fuhr er nicht imkurzfristig als Danke an den Sponsor übergestreiften Kuhflecken-Trikot, sondern wechselte kurz vor dem Start aufgrund einer Ermahnung des Weltverbandes UCI zurück in die normale Kluft. Den anderen Fahrern des Bremer Teams droht dagegen eine Geldstrafe.
Da das Reglement des Weltverbandes UCI für den Fall einer Abweichung von den Standard-Jerseys Sanktionen vorsieht, geisterte kurzzeitig sogar das Gerücht eines möglichen Milram-Rauswurfs durchs Fahrerfeld. Rennleiter Roland Hofer gab dann aber Entwarnung: «Einen Ausschluss wird es mit Sicherheit nicht geben. Das kann ich garantieren», sagte er. Nach Etappenende wollte die Jury unter Vorsitz des Niederländers Martijn Swinkels über das Strafmaß beraten. Es wird mit einer Geldbuße gerechnet.
Linus Gerdemann (Columbia) verbrachte unterdessen einen ruhigen Tag im Hauptfeld, da keiner der Ausreißer ihn ernsthaft gefährdete. Von seinem zweitplatzierten schwedischen Teamkollegen Thomas Lövkvist trennen ihn nach wie vor 17 Sekunden, der Slowene Janez Brajkovic (Astana) hat als Dritter 20 Sekunden Rückstand.
Das Spitzentrio wird den Gesamtsieg am Samstag im 34km langen Kampf gegen die Uhr wohl unter sich ausmachen. Favorisiert auf dem völlig flachen Parcours ist Gerdemann, der schon beim Prolog einige Sekunden vor seinen beiden Widersachern lag.
Während Lövkvist sowohl das Punktetrikot als auch das des besten Jungprofis noch verlieren kann, hat Daniel Musiol (Team Volksbank-Corratec) das Bergtrikot bereits sicher. Der 25-jährige Cottbuser verteidigte das Gepunktete Trikot auf dem Weg nach Niedersachsen erfolgreich.
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