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06.09.2008 - (rsn) – Im Ziel entlud sich die Spannung in drei markigen Jubelschreien, die aus tiefster Brust zu kommen schienen. Linus Gerdemann (Columbia) riss freudestrahlend die Arme in die Höhe und ließ seinen Gefühlen freien Lauf. Der 25-jährige Münsteraner hatte als Vierter des Zeitfahrens von Bremen gerade den vielleicht wichtigsten Sieg seiner bisherigen Karriere gefeiert und die 10. Auflage der Deutschland Tour souverän vor seinem Teamkollegen Thomas Lövkvist gewonnen.
„Vom sportlichen Wert her und nach meiner langen Leidenszeit zählt es für mich mehr als mein Tour-Etappensieg“, sagte Gerdemann, der sich gelöst und locker zeigte, wie lange nicht mehr „Es ist unbeschreiblich. Ich war die ganze Woche so angespannt und auf dieses Zeitfahren fokussiert. Deshalb habe ich wahrscheinlich so angespannt gewirkt“, erklärte er lachend. Vergessen auch die Nacken- und Rückenschmerzen, die ihn am Vorabend und auch noch im Rennen geplagt hatten. „Ich musste wirklich auf die Zähne beißen, aber jetzt ist die Erleichterung natürlich riesengroß.“
Mit seinem de facto-Start-Ziel-Sieg zerstreute Gerdemann auch alle Zweifel, dass er nach seiner fast halbjährigen Zwangspause noch nicht über die nötige Rennhärte verfüge, um eine solche Rundfahrt durchzustehen. Der Columbia-Kapitän hatte keinen schlechten Tag und konnte dazu auf das stärkste Team vertrauen. Bei den Hamburger Cyclassics, wo der frisch gebackene D-Tour-Sieger am Sonntag am Sonntag am Start stehen wird, will er sich revanchieren. Gerdemann: „Ich will meinem Team etwas von dem zurückgeben, was es für mich geleistet hat. Die Jungs haben die ganze Woche für mich gekämpft.“
Auch bei der WM in Varese wird mit Gerdemann in der jetzigen Verfassung zu rechnen sein. Schon bei mehreren italienischen Eintagesrennen im August zeigte er sich in bemerkenswert guter Verfassung. Er gewann Mitte des Monats die Coppa Agostini und fuhr wenige Tage zuvor bei Tre Valli Varesine, ebenfalls um den Sieg mit, bevor ihn ein Vorderradschaden rund zwei Kilometer vor dem Ziel stoppte. Übrigens: Der Parcours dieses Rennens ist fast identisch mit der WM-Strecke von Varese.
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