Profi-Radsport

McEwen gewinnt Vattenfall-Cyclassics

Down Under-Feiertag im hohen Norden

07.09.2008 - (rsn/dpa/sid) - Australischer Dreifach-Sieg bei den 13. Vattenfall Cyclassics in Hamburg. Robbie McEwen (Silence-Lotto) gewann nach 213,7 Kilometern im Sprint einer großen Spitzengruppe überlegen vor seinen australischen Landsleuten Mark Renshaw (Credit Agricole) und Allan Davis (Quick.Step).

"Ich hatte im Finale eine gute Position und bin sehr glücklich, dass es am Ende zu diesem Sieg gereicht hat", freute sich der 36 Jahre alte McEwen, der im nächsten Jahr für das russische Katjuscha-Team fahren wird. "Es war ein sehr schnelles und aggressives Rennen. Das ist mir entgegengekommen."

Mitfavorit Gerald Ciolek (Columbia) lag im Finale noch aussichtsreich am Hinterrad von McEwen, konnte aber dessen Antritt nicht folgen und verpasste eine Spitzenplatzierung. "Als wir auf die Zielgerade kamen, sah es noch ganz gut aus, aber dann war ich plötzlich eingeschlossen und bin nicht mehr nach vorne gekommen", sagte Ciolek, der am Ende den 14. Platz belegte, nach dem Rennen.

Gerolsteiner konnte mit dem Österreicher Peter Wrolich auf Rang sechs und dem unterwegs äußerst agilen Fabian Wegmann auf Rang zehn zwei Fahrer in den Top Ten platzieren. Gerade für Wrolich wäre nach eigener Aussage sogar mehr möglich gewesen. "Ich hatte mit Allan Davis das perfekte Hinterrad, aber leider fuhr mir 500 Meter vor dem Ziel Gerald Ciolek drüber und ich musste abbremsen, der Schwung war weg. Gerade deshalb bin ich mit dem sechsten Platz sehr zufrieden, es wäre aber auch mehr möglich gewesen", so Wrolich nach dem Rennen.

Als bester Milram-Fahrer belegte der Slowake Peter Velits den elften Platz. "Ich hatte auf eine Sprintankunft spekuliert und gehofft, dass die Sprinter nach den Anstiegen nicht mehr ganz so frisch sind. Leider war das nicht der Fall. Daher bin ich mit meiner Platzierung zufrieden, "sagte der U23-Weltmeister nach dem Rennen. Der Cottbuser Daniel Musiol (Volksbank-Corratec), Gewinner des Bergtrikots bei der Deutschland-Tour, überzeugte bei den Cyclassics mit Rang 15.

Der Deutsche Meister Wegmann war schon früh im Rennen in einer 20 Fahrer starken Spitzengruppe dabei, zu der auch sein Teamgefährte Thomas Fothen, Jens Voigt (CSC Saxo Bank), Bert Grabsch (Columbia), Ralf Grabsch (Milram) und René Weissinger (Volksbank-Corratec) gehörten. Mehr als vier Minuten Vorsprung konnten sich die Ausreißer jedoch nie herausfahren. Zum Fianle hin waren die Ausreißer aber wieder gestellt. Bei der letzten Überquerung des viermal zu bewältigende Wasebergs 16 Kilometer vor dem Ziel mobilisierte der mittlerweile wieder eingeholte Wegmann noch einmal alle Kräfte und konnte sich gemeinsam mit dem Liquigas-Duo Franco Pellizotti und Leonardo Bertagnolli aus dem mittlerweile dezimierten Feld lösen. Doch auch dieser Angriff war vergebens. Kurz vor dem Ziel versuchte es noch einmal Rigobert Uran (Caisse d`Epargne) mit einer Attacke - jedoch ohne Erfolg.

Der frischgekürte Deutschland-Tour-Sieger Linus Gerdemann spielte bei dem Pro-Tour- Rennen in der Hansestadt nach 213,7 Kilometern im Finale keine Rolle. Als bislang letzter Fahrer hatte Erik Zabel, der in diesem Jahr nicht dabei war, 2001 für einen deutschen Heimsieg gesorgt.