Profi-Radsport

EPO gesundheitlich unbedenklich?

Akte "Puerto" ein zweites Mal geschlossen

02.10.2008 - Madrid (dpa/rsn) - Die spanische Justiz hat die Ermittlungen im Dopingskandal um den Arzt Eufemiano Fuentes ein zweites Mal eingestellt. Das meldete die Internetausgabe der spanischen Sportzeitung Marca.

Der zuständige Untersuchungsrichter Antonio Serrano begründete die Entscheidung damit, dass das verabreichte Blutdopingmittel EPO für die Gesundheit der betroffenen Sportler unbedenklich gewesen sei. Beweise für Straftaten lägen demnach nicht vor.

Serrano hatte die Ermittlungen im März 2007 schon ein erstes Mal eingestellt, war aber gezwungen worden, sie wieder aufzunehmen, nachdem die in einem Polizeibericht beschriebenen Praktiken als möglicherweise gesundheitsgefährdend klassifiziert worden waren. Das spanische Anti-Doping-Gesetz, das Dopingvergehen als Straftat klassifiziert, war zum Zeitpunkt des Vergehens noch nicht in Kraft.

Die spanische Polizei hatte bei der «Operación Puerto» im Mai 2006 einen der größten Dopingskandale aufgedeckt. In einem Appartement des Madrider Gynäkologen Fuentes waren über 200 Blutbeutel und rund 1.000 Dopingsubstanzen sichergestellt worden. Mehr als 200 Spitzensportler sollen auf der sogenannten Fuentes-Liste stehen, darunter mehr als 50 Radprofis.