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12.10.2008 - (rsn/dpa/sid) – Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ gibt es neues Belastungsmaterial, das auf einen systematischen Einsatz des Blutdoping-Mittels EPO beim früheren T-Mobile-Team hinweist. Die Freiburger Staatsanwaltschaft sei auf weitere belastende Indizien gestoßen, wonach auch nach dem Jahr 2002 noch T-Mobile-Fahrer an der sportmedizinischen Abteilung der Freiburger Universitätsklinik systematisch mit EPO gedopt haben.
Der Freiburger Oberstaatsanwalt Christoph Frank bestätigte dem „Focus“, dass es Hinweise auf „EPO-Gebrauch in nicht rechtsverjährtem Zeitraum“ gäbe. In diesem Zusammenhang seien Lieferungen von Apotheken an die damaligen Uni-Sportärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid überprüft worden. Zudem geht die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben weiter Hinweisen nach, dass etliche T-Mobile-Profis im Jahr 2006 gleich mehrere Fahrten in den Breisgau unternommen haben, um sich illegale Bluttransfusionen verabreichen zu lassen.
Der früheren Führungs-Etage des Bonner Rennstalls um Walter Godefroot, Rudy Pevenage, Mario Kummer und Olaf Ludwig könnte ein Verfahren drohen, wenn nachgewiesen wird, dass EPO-Gaben gesundheitsgefährdend waren. Das würde laut Staatsanwaltschaft den Straftatbestand der Beihilfe zur Körperverletzung erfüllen. Weil das allerdings in der «Operacion Puerto» nicht nachgewiesen werden konnte, war das Verfahren gegen den Gynäkologen Eufemiano Fuentes in Spanien gerade eingestellt worden.
Von gleichbleibend unverändertem Einsatz der Dopingmittel geht laut Focus auch Detlef Thieme, der Leiter des Instituts für Dopinganalytik und Sportbiochemie im sächsischen Kreischa aus. Angesichts der jüngsten Dopingvorwürfe gegen Stefan Schumacher befürchtet er, dass bei den Rundfahrten unverändert Athleten vorne landen, die "mehrere tausend Euro im Monat für Dopingmittel investieren".
"Wenigstens 90 Prozent der relevanten Dopingmittel können wir sicher nachweisen," sagt Thieme. Der Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Nürnberg, Fritz Sörgel, fürchtet, dass Sportler sich künftig eher einen Doping-Cocktail mit niedrig dosierten Substanzen mixen, um die Fahnder auszutricksen. "Es gibt etwa 2000 Mittel, die prinzipiell fürs Dopen verwendet werden können."
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