Radprofi Javier Otxoa weiter im Koma

19.02.2001  | 

Malaga (dpa) - Drei Tage nach dem schweren Trainingsunfall, bei dem der spanische Rad-Profi Ricardo Otxoa getötet und dessen Zwillingsbruder Javier lebensgefährlich verletzt worden war, hat die Familie Klarheit über den Hergang des Unglücks verlangt. Der 26-jährige Javier rang in einem Krankenhaus in Malaga noch immer mit dem Tod.

Der Etappensieger bei der vorigen Tour de France lag nach einem ärztlichen Bulletin in einem tiefen Koma und wurde künstlich beatmet. Der Zustand des Sportlers sei «sehr ernst».

Sein Bruder Ricardo wurde am Samstag im baskischen Heimatort Berango unter großer Beteiligung der Bevölkerung und der Sportwelt beigesetzt. Das Kelme-Team, für das die Profis gestartet waren, verzichtete auf seine Teilnahme an der Andalusien-Rundfahrt. Andoni Otxoa, ein dritter Bruder der Zwillinge, beklagte sich im Namen der Familie darüber, dass die Ermittler noch keinerlei Angaben über die Ursachen des Unfalls gemacht hätten.

Eine schwere Limousine, die vom Direktor der Sportfakultät der Universität Malaga gesteuert wurde, war am Donnerstag mit den beiden Rad-Profis westlich von Malaga kollidiert. Ricardo Otxoa starb wenige Stunden später in einem Krankenhaus. Sein Bruder Javier erlitt schwere Schädel- und Rückenverletzungen, Rippenbrüche, eine Lungenquetschung mit akuter Atemnot, den Bruch beider Schultern und einen doppelten Beinbruch.

Gegen den Fahrer des Unfallwagens wurden nach Presseangaben Ermittlungen eingeleitet. Er wurde aber nicht festgenommen. Er war nach Angaben von dessen Familie bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h mit den in gleicher Richtung fahrenden Sportlern zusammengestoßen, als diese mit einem Schlenker auf die Fahrbahn geraten seien. Gegen diese Darstellung spricht allerdings, dass das Auto schwer beschädigt wurde.

Wie das Sportblatt «Marca» berichtete, halten die Ermittler es eher für wahrscheinlich, dass der Autofahrer eingenickt oder abgelenkt worden sei und so die auf einem Seitenstreifen fahrenden Radsportler mit voller Fahrt erfasst habe. Das Unglück ereignete sich auf einer gut einsehbaren und schnurgeraden Landstraße, die über einen Seitenstreifen verfügt.

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