Profi-Radsport

"Exit-Strategie" für den Fall der Fälle

Milram: Der Sponsor macht sich Sorgen

15.10.2008 - Berlin (dpa) - Nach den jüngsten Dopingenthüllungen um die Gerolsteiner-Fahrer Stefan Schumacher und Bernhard Kohl geht auch beim Team Milram die Angst um. «Es wäre vermessen zu sagen, wir machen uns keine Sorgen», sagte Martin Mischel, Marketing-Chef des Hauptsponsors Nordmilch der Tageszeitung «Die Welt». Der ab der kommenden Saison einzige deutsche ProTour-Rennstall, der für 2009 bereits sechs Gerolsteiner-Fahrer verpflichtet hat, sei nach eigenen Angaben jedoch nie an den positiv auf das EPO-Präparat CERA getesteten Schumacher und Kohl interessiert gewesen.

Mit Blick auf mögliche künftige Dopingfälle im Team betonte Mischel, dass sich der Sponsor auch einen frühzeitigen Ausstieg aus dem Radsport offenhalte. «Natürlich gibt es Exit-Strategien für alle Fälle, alles andere wäre fahrlässig.» Konkrete Bedingungen nannte er nicht. In den neuen Fahrerverträgen gäbe es zudem eine Klausel, «dass wir bereits bei Verdachtsmomenten parallel zu den offiziellen Tests weitere unabhängige Kontrollen vornehmen werden. Gegebenenfalls würde dann ein Fahrer umgehend suspendiert.»