Profi-Radsport

Italiener klagt vor dem CAS

Ricco akzeptiert zweijährige Sperre nicht

17.11.2008 - Lausanne (dpa/rsn/sid) - Der bei der Tour de France des EPO-Dopings überführte Italiener Ricardo Ricco will die vom Anti-Doping-Tribunal des Italienischen Olympischen Komitees (CONI) am 8. Oktober gegen ihn ausgesprochene zweijährige Sperre nicht akzeptieren.

Der 25-jährige ehemalige Saunier Duval-Fahrer zieht nun vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS), wie er selbst mitteilte. Der Kletterspezialist, der bei der Tour 2008 zwei Bergetapen gewonnen hatte, fordert eine Reduzierung der Sperre, weil er aus seiner Sicht umfassend mit den Behörden zusammen gearbeitet und somit zur Aufklärung des Falles beigetragen habe.

Das CONI hatte die eigentlich vorgesehene Reduzierung um sechs Monate im Urteil von Oktober zwar vorgenommen, wegen der nachgewiesenen Zusammenarbeit mit dem lebenslang gesperrten Dopingarzt Carlo Santuccione aber wieder im selben Umfang erhöht.

Aus den Unterlagen von Riccos Vernehmung geht hervor, dass die Kontakte zu Santuccione seit 2007 bestanden. Ricco hatte Santuccione am 8. Juni aufgesucht, eine Woche, nachdem er den Giro d"Italia als Zweiter beendete. Der Arzt riet Ricco, am Tag vor dem Tour-Start das EPO-Präparat CERA zu spritzen. Das Mittel könne nicht nachgewiesen werden, und der leistungssteigernde Effekt stelle sich eine Woche später ein, hatte er gesagt. Ricco wurde aber bereits während der Tour positiv auf CERA getestet und war auch noch bei Nachuntersuchungen zweimal positiv.

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