Australier kritisiert Teameigner Ball

Cooke will Rock Racing wegen Vertragsbruchs verklagen


Baden Cooke

Foto: ROTH

04.01.2009  |  (rsn) - Baden Cooke hat angekündigt, Michael Ball, den Eigentümer des US-Teams Rock Racing, wegen Vertragsbruchs zu verklagen. „Mitte November wurde mir ein Zweijahresvertrag für ordentliches Geld angeboten“, sagte der Australier im Gespräch mit cyclingnews.com. „Ich habe ihn unterschrieben zurückgeschickt und in den folgenden fünf, sechs Wochen das Team immer wieder darum gebeten, mir eine unterschriebene Kopie zurückzuschicken.“ Das Management habe ihn stattdessen hingehalten und ihm gesagt, er solle sich wegen des Vertrags keine Sorgen machen, so Cooke.

Auf sein Drängen ihn habe ihn schließlich Teameigner Ball angerufen. „Er sagte mir, es gäbe kein Budget, kein Team, keine Fahrräder…nichts“, schilderte der Sprinter den Telefonanruf. Ball habe ihm stattdessen zugesichert, aus seiner Privatschatulle Geld in das Team zu stecken, um es zumindest für sechs Monate über Wasser zu halten. In dieser Zeit würde man versuchen, einen neuen Sponsor zu finden.

„Ich war verzweifelt. Von einem gut dotierten Zweijahresvertrag wurde ich auf einen Halbjahresvertrag herabgestuft. Als ich erstmals mit ihnen sprach, hieß es, das Team würde den Giro und die Klassiker und überhaupt alle große Rennen fahren. Später sagten sie, ich würde zwar mein Geld bekommen, aber nur ein paar Rennen in Europa fahren können. Der Rest wären amerikanische Rennen. Das ist ein ganzes Stück entfernt von der Tour de France“, sagte Cooke, der Teamchef Ball auch direkt anging: „Er streicht immer heraus, dass er der größte Kerl überhaupt ist und uns aus seiner eigene Tasche bezahlen würde. Mich interessiert es nicht, aus welcher Tasche das Geld kommt, ich will nur das, was mir laut Vertrag zusteht.“

Cookes Schilderungen gehen noch über Presseberichte der vergangenen Wochen hinaus, wonach Rock Racing mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen habe und den Kader 2009 reduzieren wolle. Dabei plante der US-Rennstall großes für die neue Saison. Man wollte sich um eine Professional Continental-Lizenz bewerben und Rennen in Europa fahren.

Ball verpflichtete unter anderem Cooke, bei der Tour de France 2003 Gewinner des Grünen Trikots, die beiden Spanier Francisco Mancebo und José Enrique Gutiérrez sowie als neuen Sportdirektor den Belgier Rudy Pevenage, ehemals Trainer von Jan Ullrich. Sowohl Mancebo und Gutierrez als auch Pevenage sind in den spanischen Blutdopingskandal um den Madrider Dopingarzt Eufemiano Fuentes verstrickt und festigten den zweifelhaften Ruf des Teams, ein Auffangbecken für ehemalige Fuentes-Kunden zu sein.

Von einer ProConti-Lizenz ist mittlerweile keine Rede mehr, offiziell, weil das Team mit einer Continental-Lizenz flexibler sei. Cooke zweifelt aber an dieser Erklärung, sondern hält die finanziellen Probleme für den wahren Grund. Der Sprinter hat bereits die Konsequenzen gezogen und beim neuen niederländischen Zweitdivisionär Vacansoleil einen Vertrag unterschrieben. Ebenfalls Rückzieher machten zwei weitere Neuzugänge: Der Kubaner Ivan Dominguez und der Australier William Walker werden 2009 für das spanische ProTour-Team Fuji-Servetto fahren.

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