Ullrichs Erfolg in der Werbung

20.12.2001  | 

Berlin (dpa) - Jan Ullrich liegt unter Verona Feldbusch, was die Quote der Fernseh-Auftritte für den gemeinsamen Sponsor angeht. Trotzdem kann der Tour de France-Sieger von 1997 nicht klagen.

Insider-Schätzungen, nach denen Ullrich pro Jahr auf einen Gesamtverdienst von rund neun Millionen Mark taxiert wird, widerspricht Manager Wolfgang Strohband nicht, obwohl er Konkretes über Zahlen grundsätzlich nicht sagt. Trotz Börsencrash und Rezession: Die Aktie Ullrich ist stabil.

Auch besondere Risiken der Branche konnten dem 28-jährigen Olympiasieger, bis kurz vor Heiligabend noch im Trainingslager in Südafrika, nichts anhaben. «Weder nach dem Tour-Skandal von 1998, noch nach der Doping-Razzia des vergangenen Giro gab es irgendwelche negativen Reaktionen der Sponsoren», sagt Strohband. Sogar Ullrichs dramatisch aussehender Sturz auf der 13. Tour-Etappe in den Pyrenäen über die Leitplanke kam der Werbung in einem Fernsehspot zu Gute, was das Sturzopfer «völlig okay» findet.

Strohband leitet mit Erfolg seit der Wende die Geschicke Ullrichs, der Ende 1994 bei Telekom Profi wurde: «Ich biete ihm ein Rund-um-Paket, mit Werbe-Abschlüssen und Geldanlagen und kümmere mich auch um Steuerfragen», erklärt der 63-jährige Autokaufmann. Für Strohband lässt es sich in Ullrichs Windschatten trotz freundschaftlichen Entgegenkommens gut leben: «20 bis 25 Manager-Prozente sind üblich - ich nehme weniger.» Im Vorjahr verkaufte er nach 25 Jahren seinen Auto-Handel in Hamburg.

Sein Rennstall Telekom verfügt über einen Werbeetat von rund 300 Millionen Mark pro Jahr, lediglich 15 Millionen (netto) davon fließen in das Radsport-Team. In Zusammenhang mit den Verhandlungen um den Ullrich-Kontrakt im Vorjahr sprach Strohband von einem «erfolgreichen Poker». Den hat der Unternehmer auch mit seinem zweiten Schützling Andreas Klöden bestanden, dem er 1999 ein Millionen-Einkommen im Bonner Rennstall sicherte.

Klotzen statt Kleckern ist Strohbands Devise bei der Sponsoren-Suche. «Niemals zu viel kleine Kunden», sagt er und verweist auf Oliver Bierhoff: «Der hat sich verzettelt.» Den Geldgebern steht Ullrich für die geleisteten Aufwendungen an drei Tagen im Jahr nach Absprache zur Verfügung. Auch Sportler aus anderen Branchen hätten schon bei Strohband um Unterstützung nachgesucht, sogar eine Fernseh-Moderatorin. Aber er lehnte ab: «Ich will den Apparat überschaubar halten.»

Für den Olympiasieger und zweifachen Zeitfahr-Weltmeister ist auch 2002 die Tour de France der Dreh- und Angelpunkt. Kein Wunder: «Imagemäßig geht nichts über die Tour. Nach Jans Olympiasieg hat es mich ein bisschen gewundert, dass dieser Erfolg für die Sponsoren nicht besonders reizvoll war», meint Strohband, in der Freizeit Hobby-Radler.

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