"Teams wollen mich nicht, weil ich Deutscher bin"

Hat Hannes Blank den falschen Pass?

Von Christoph Adamietz


Hannes Blank (Differdange)

Foto: ROTH

22.01.2009  |  (rsn) - Nach einer erfolgreichen Saison 2008 mit einem dritten Gesamtrang beim Circuit de Lorraine (Kat. 2.1) und Platz zwei bei der Tour d`Alsace (Kat. 2.2) hoffte Hannes Blank auf einen Platz in einem Top-Team. Die Gespräche mit dem französischen ProTour-Rennstall Ag2r waren zunächst vielversprechend. "Allerdings ist ein Engagement schließlich auch an meinem deutschen Pass gescheitert", sagte Blank zu Radsport News. Ähnliches hatten zuvor schon Sven Krauss und Blanks neuer Teamkollege Robert Retschke berichtet.

Nach Deutschland zurückkehren will der Ex-Lamonta-Fahrer aber nicht. Deshalb fährt der Dieburger auch in der kommenden Saison für das luxemburgische Continental-Team Differdange, nachdem auch ein Wechsel zu Agritubel scheiterte. "Ich wollte eigentlich nach Frankreich. Ich mag die Rennen und die Menschen dort, spreche auch die Sprache. Allerdings nehmen die Mannschaften dort erst mal ihre einheimischen Fahrer unter Vertrag. Als das Aus von Credit Agricole sicher war, da war mir klar, dass meine Chancen gering sein würden. Zumal man dort deutsche Radprofis eher ungern im Team hat", sagte Blank und ergänzte: "Manche Teams haben mich direkt abgelehnt, weil ich Deutscher bin."

So geht Blank in seine dritte Saison bei Differdange, wo er sich nach eigener Aussage "sehr wohl" fühlt. "Ich habe mir im Team auch eine gewisse Position erarbeitet, bin einer der Leistungsträger." Seine Position sieht Blank auch nicht durch die prominenten Neuzugänge Benoit Joachim (Astana), Robert Retschke (Mapei Heizomat) und Ludovic Cappelle (Rietmu Bank) gefährdet: "Wir werden nicht alle Rennen gemeinsam fahren und wir sind auch unterschiedliche Fahrertypen. Außerdem sind wir als Team so natürlich unberechenbarer.“

Blank, der Ende Februar in die Saison einsteigen wird, wird sich vor allem auf den Circuit de Lorraine (Kat. 2.1), die Tour de Limousin (Kat. 2.1) und die Heimatrundfahrt seiner Mannschaft, die Tour de Luxembourg (Kat. 2.HC), konzentrieren. Der Südhesse, der 2008 einen Kniescheibenbruch und einen Schlüsselbeinbruch zu beklagen hatte, will bei diesen Rennen überzeugen, um sich dann für die kommende Saison in die Notizbücher der großen Teams zu fahren. Gelingt das nicht, wird sich der 25-Jährige nach Alternativen außerhalb des Radsports umschauen. Blank: "Ich werde sicher nicht noch Jahre auf Continental-Niveau fahren. Dann beginne ich eher ein Studium oder eine Ausbildung."

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