Comeback nach Dopingsperre

Landis hat kein Vertrauen in die Kontrollen


Floyd Landis als Gast der Kalifornien-Rundfahrt 2007

Foto: ROTH

29.01.2009  |  Boston (dpa) - Nach Lance Armstrong kehrt mit Floyd Landise ein zweiter US-Amerikaner in den Radsport zurück. Landis wird 2009 für das drittklassige US-Team Ouch antreten. Der mittlerweile 33 Jährige hat weiterhin eine ganz eigene Meinung zu seiner Dopingvergangenheit, die letztlich zur Aberkennung seines Tour-de-France-Sieges 2006 geführt hat.

"Ich habe kein Vertrauen. Das sind halbherzige Tests und jeder weiß das. Es wurde klar gezeigt, dass Transparenz zu nichts führt. Die können sagen, was sie wollen und ich kann nichts dagegen machen», meinte der langjährige Armstrong-Helfer in Anspielung auf seine positiven Proben nach der 17. Tour-Etappe 2006. Damals hatte er auf der letzten Alpenetappe nach Morzine seine "Wiederauferstehung" gefeiert und einen grandiosen Solosieg gefeiert, nachdem er auf der Vortagsetappe zehn Minuten und das Gelbe Trikot verloren hatte. Allerdings wurde er nach der 17. Etappe des Testosteron-Dopings überführt.

Es folgten dubiose "Erklärungen", schließlich verstieg sich Landis zu Verschwörungstheorien, wonach die Proben in einem französischen Labor unsachgemäß untersucht worden seien, und ein Justizmarathon, der Landis letztlich mehr als zwei Millionen Dollar gekostet hat. Angeblich soll auch Armstrong seinen Freund finanziell unterstützt haben.

Über Geld will der ehemalige Phonak-Kapitän jetzt nicht mehr reden, über Doping auch nicht. Nur soviel: Er vertraue den Kontrolleuren weniger als irgendeinem Fremden. Aber wenn er wieder Rennen fahren wolle, habe er keine Wahl und müsse sich fügen. Landis tritt künftig für das US-Continental-Team Ouch in die Pedale. Sponsor Brent Kay ist sein persönlicher Arzt und hat dem US-Amerikaner in seinem Arthrosezentrum Ouch einst eine neue Hüfte eingesetzt.

Wie gut die funktioniert, wird Landis vom 14. bis 22. Februar sehen, wenn er bei der Kalifornien-Rundfahrt sein Comeback gibt und dort auch auf Armstrong trifft. Bei drei von dessen sieben Tour-Triumphen im Trikot war Landis Edelhelfer. "Seine Rückkehr ist gut für den Sport", sagt Landis, der Armstrongs Auftritte bei der Tour Down Under verfolgt hat. "Er ist zwar nur einer von 200 anderen Fahrern, aber ich habe einen guten Eindruck von seiner Kondition bekommen." An der eigenen Form arbeitet er täglich, allerdings nicht mehr mit der Verbissenheit vergangener Tage. Das Training sei "Gefühlssache", sagt er. "Ich trainiere viel am Anstieg, fahre für eine Stunde Vollgas und lasse dann die Berge entscheiden, wie intensiv es weitergeht."

Dass es für ihn nach abgelaufener Dopingsperre wieder weitergeht, spielt in den US-Medien nur eine untergeordnete Rolle. Zu dominant ist das Armstrong-Comeback. Der zählt Landis nach wie vor zu seinen Freunden und ärgert sich, dass dessen Rückkehr durchaus mit Argwohn betrachtet wird. "Manchmal frustriert es mich, wenn Leute sein Comeback skeptisch sehen, aber David Millar zujubeln. Dabei ist es die gleiche Sache. Beide haben gedopt, wurden zwei Jahre gesperrt und fahren jetzt wieder Rennen", so Armstrong, der dabei wohlweislich übersah, dass Millar Doping zugegeben hatte, während Landis bis heute leugnet.

Man dürfe nicht vergessen, so der 37-Jährige, dass Landis zwar schuldig gesprochen wurde, aber viele von dessen Unschuld überzeugt seien. Deshalb sei es gut, dass er zurück kehre. Landis hingegen redet weniger positiv über seinen Landsmann. Angesprochen auf die Transparenz von Armstrongs persönlichem Anti-Dopingprogramm, meinte er: "Jeder kann sich das doch so einrichten, dass er gut dabei aussieht. Genauso macht es doch die US-Anti-Doping-Agentur auch."

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