Profi-Radsport

Teamchef spekuliert auf kommendes Jahr

Pevenage will Ullrich als PR-Berater für Rock Racing

26.03.2009 - Berlin (dpa/rsn) - Rock Racing-Teamchef Rudy Pevenage hat den 2007 zurückgetretenen Jan Ullrich als PR-Berater bei der umstrittenen drittklassigen US-Mannschaft ins Gespräch gebracht. "Das könnte was werden, wenn wir einen neuen Sponsor haben - vielleicht nächstes Jahr. Im Moment könnten wir ihn nicht bezahlen", sagte der Belgier, zu Telekom- und T-Mobile-Zeiten engster Berater Ullrichs und seit Jahresbeginn Teamchef bei dem US-Continental-Rennstall.

Im Team des amerikanischen Jeans-Herstellers Mike Ball stehen mit Tyler Hamilton (USA), Oscar Sevilla, Francisco Mancebo und José Guttierez (alle Spanien) gleich vier Fahrer, die verdächtigt werden, Kunden des Dopingarztes Eufemiano Fuentes gewesen zu sein. Hamilton musste zudem bereits eine zweijährige Sperre wegen Blutdopings absitzen.

"Was heißt hier umstrittene Leute bei uns im Team. Wo fahren denn keine umstrittenen Leute?", hatte Pevenage auf entsprechende Fragen bei der spanischen Rundfahrt Castilla y León gefragt. "Bei uns gibt es vier Leute mit Problemen - und mich", sagte Pevenage der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der Belgier, der bei der Bonner Staatsanwaltschaft in Zusammenhang mit der Fuentes-Affäre wie Ullrich gegen die Zahlung einer Summe in unbekannter Höhe um ein Verfahren herumgekommen war, empfängt seinen ehemaligen Schützling in der kommenden Woche beim Klassiker Flandern- Rundfahrt als Gast. "Wir telefonieren oft. Es geht ihm gut. Als Fahrer kommt Jan nie mehr zurück - dafür wurde ihm zu wehgetan", sagte Pevenage.

Sein im Januar 2009 angetretener neuer Job nach zweieinhalbjähriger Zwangspause scheint allerdings am seidenen Faden zu hängen, denn Pevenages Geldgeber plagen nicht zuletzt wegen der Wirtschaftskrise Finanzsorgen. "Ich gehe davon aus, dass unser Rennbetrieb in dieser Saison noch gesichert ist, aber wir brauchen dringend einen neuen Sponsor. Wir sind in Gesprächen", sagte der 55- Jährige, der nach eigenem Bekunden zur Zeit in seinem alten Metier wieder viel Spaß hat.

"Wir sind eine gute Truppe mit Moral", so Pevenage. "Allen macht es Spaß, die Fahrer meckern nicht. Wenn wir bei der Tour de France starten dürften, wären wir auch mit den besten Teams konkurrenzfähig." Wegen seines Continental -Status` ist das Team von wenigen Ausnahmen (Kalifornien-Rundfahrt, Castilla y León) abgesehen, selbst bei zweitklassigen Rennen nicht startberechtigt, ganz zu schweigen von ProTour-Rennen oder den großen Rundfahrten.

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