Profi-Radsport

92. Giro d`Italia: Columbia-Higroad gewinnt Zeitfahren

Cavendish als erster Engländer im Rosa Trikot

09.05.2009 - (rsn/dpa) - Bei der 92. Auflage des Giro d`Italia gelang Columbia-Highroad ein Auftakt nach Maß. Die US-Mannschaft setzte sich im 20 Kilometer langen Mannschaftszeitfahren von Venedig in 21:50 Minuten mit sechs Sekunden Vorsprung gegen das favorisierte Garmin-Slipstream-Team durch. Mark Cavendish, der Columbia ins Ziel führte, übernahm als erster Engländer in der Giro-Geschichte das Rosa Trikot.

Der Mailand-San Remo-Sieger fuhr mit seinem Team auf dem flachen Kurs am Lido von Venedig ein Stundenmittel von 56,335 Kilometern. „Wir hatten uns für Cavendish als Schlussfahrer an der Spitze entschieden, weil er in den nächsten Tagen die größten Chancen hat, das Trikot zu verteidigen“, erklärte Teamchef Bob Stapleton. Die beiden folgenden Etappen weisen ein flaches Profil auf und sind prädestiniert für Cavendish, der im Vorjahr zwei Giro-Etappen gewann.

Mit 13 Sekunden Rückstand belegte Astana um Lance Armstrong und Levi Leipheimer den dritten Platz und erarbeitete sich dadurch eine gute Ausgangssituation im Kampf um den Gesamtsieg. Das Rosa Trikot gleich zum Auftakt blieb dem 37-jährigen Armstrong verwehrt. Dabei schien es in greifbarer Nähe, in den folgenden drei Wochen dürfte es für den Texaner ungleich schwerer werden, die Führung im Gesamtklassement zu erobern.

Armstrong, der nach seinem Schlüsselbeinbruch den Giro zum Formaufbau für die Tour de France im Juli hin nutzt, hatte vor dem Giro-Start erklärt, ein Etappensieg sei sein erklärtes Ziel. „Für den Gesamtsieg habe ich noch nicht die Kondition“, sagte der Astana-Star, der sich nach eigener Aussage im Kampf gegen die Uhr gut fühlte: „Von meiner Verletzung habe ich nichts mehr gespürt.“

Auch die LPR-Mannschaft um Danilo Di Luca lieferte eine erstklassige Leistung ab und war als viertschnellste Mannschaft nur 22 Sekunden langsamer als das Columbia-Highroad Team, das das Zeitfahren eröffnet hatte. Das italienische Liquigas-Team mit dem Topfavoriten Ivan Basso lag auf Platz acht 40 Sekunden hinter dem Siegerteam zurück. „Wichtig ist, dass ich auf die direkten Konkurrenten im Kampf um das Rosa Trikot nichts Entscheidendes verloren habe“, sagte Basso.

Eine ansprechende Leistung zeigte auch das Team Milram. Die einzige deutsche Mannschaft belegte 49 Sekunden hinter Columbia einen guten zehnten Platz. „Obwohl wir wussten, dass es schwer werden wird, war es unser Ziel, in die Top Ten zu fahren“, sagte der Sportliche Leiter Ralf Grabsch. „Wir haben eine super Leistung gebracht und sind sehr konzentriert und diszipliniert aufgetreten. Für unsere Fahrer ist dieser Auftakt sehr wichtig, gerade für die nächsten Tage. Das gibt uns Selbstvertrauen und wir werden auf dieser Leistung weiter aufbauen.“

Auch die mit vielen Kletterspezialisten angetretene Serramenti-Diquigiovanni-Mannschaft um den zweifachen Toursieger Gilberto Simoni konnte den Rückstand in Grenzen halten und fuhr mit 1:06 Minuten Rückstand auf Platz 16. Auch das langsamste Team, Fuji-Servetto, profitierte von dem einfachen Kurs und lag nur 1:37 Minuten hinter Cavendish & Co.

Eine ausführliche Übersicht über den Rennverlauf finden Sie in unserem Live-Ticker.

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