Prudhommen will sich UCI-Entscheidung beugen

Darf Boonen doch zur Tour?

Foto zu dem Text "Darf Boonen doch zur Tour?"

Tom Boonen (Quick Step)

Foto: ROTH

07.06.2009  |  Paris (dpa/rsn) - Tour-de-France-Direktor Christian Prudhomme rudert im Fall Tom Boonen zurück: Der innerhalb eines Jahres dreimal durch Kokaingebrauch aufgefallene Belgierhat wieder Chancen auf einen Start bei der am 4. Juli beginnenden Tour.

"Wir folgen der Entscheidung des Weltverbandes UCI", sagte Prudhomme in Besancon, nachdem er vor einem Monat eine Teilnahme Boonens kategorisch ausgeschlossen hatte. Der dreifache Paris-Roubaix-Gewinner hatte auch im Vorjahr wegen einer Kokainaffäre auf einen Tour-Start verzichten müssen.

"Wir stimmen mit dem UCI-Präsidenten Pat McQuaid überein, der sagt, dass Boonen - der sicher Hilfe braucht - das Image des Radsports beschädigt hat. Deshalb ist es logisch für uns, dass die UCI-Disziplinar-Kommission zum Fall Boonen vor Tour-Beginn eine Entscheidung fällt, der wir uns beugen werden", erklärte Prudhomme, nachdem Boonen und dessen Anwälte gedroht hatten, sich einen Tour- Start auf dem Klageweg zu sichern.

Sportrechtlich hat die UCI gegen Boonen kaum eine Handhabe, weil seine Vergehen, für das er sich juristisch noch rechtfertigen muss, außerhalb des Wettkampfes lagen. Der Dachverband könnte ihn allerdings wegen Imageschädigung bestrafen.

Klarheit über das Vorgehen gegen Boonen und in den Fällen Valverde und Klöden dürfte ein Zusammentreffen der UCI, der Französischen Anti-Doping-Agentur AFLD und der Tour-Organisatoren am kommenden Mittwoch in Paris geben. Auf alle drei Fälle hat die UCI offiziell noch nicht abschließend reagiert.

Der Spanier Alejandro Valverde ist wegen seiner Verbindungen zum Dopingarzt Eufemiano Fuentes durch das Nationale Olympische Komitee CONI für zwei Jahre in Italien gesperrt - am 21. Juli führt die Tour auf der 16. Etappe durch Italien. Andreas Klöden steht im Tour-Aufgebot seines Astana-Teams, obwohl ihm die Freiburger Untersuchungskommission Eigenblutdoping in der Freiburger Uniklinik während der Tour 2006 vorwirft.

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