Bis zu 400 Kontrollen bei der Tour de France

UCI und ASO demonstrieren Einigkeit im Anti-Dopingkampf


Der Chef des Rad-Weltverbandes (UCI), Pat McQuaid, bei der Präsentation der Tour de France 2009 in Paris.

Foto: ROTH

10.06.2009  |  (rsn/dpa/sid) - Gut drei Wochen vor Beginn der Tour de France hatten die beiden wichtigsten Instanzen des internationalen Radsports beim Anti-Dopinggipfel in Paris einiges zu besprechen. Das Ergebnis: Der Tour-Organisator ASO und der Weltverband UCI vereinbarten am Mittwoch im Hinblick auf die Frankreich-Rundfahrt eine enge Zusammenarbeit.

„Die Tour 2009 wird das wahrscheinlich am besten kontrollierte Sportereignis der Geschichte werden“, behauptete UCI-Chef Pat McQuaid. Bei den Kontrollen soll es eine Kooperation zwischen der französischen Anti-Dopingagentur AFLD, die im Vorjahr in Alleinregie die Tests durchführte, und der UCI geben. Im vergangenen Jahr war der Weltverband beim größten Radsport-Ereignis noch außen vor, nachdem man sich mit der ASO einen vehementen Machtkampf geliefert hatte.

300 bis 400 Kontrollen sollen in diesem Jahr durchgeführt werden. Auch im Vorfeld will die UCI bereits gezielte Kontrollen durchführen. "Die Tour-Offiziellen haben uns bereits eine lange Liste mit möglichen Teilnehmern ausgehändigt", sagte McQuaid. Rund 50 Fahrer sollen genauer unter die Lupe genommen werden. Die Kontrolleure wollen dabei insbesondere auf EPO, Insulin und Wachstumshormonen testen.

Sowohl einem Start des positiv auf Kokain getesteten Belgiers Tom Boonen (Quick Step) als auch dem von der Freiburger Untersuchungskomission schwer belasteten Deutschen Andreas Klöden (Astana) steht aus Sicht der UCI nichts im Wege. Im Fall des in Italien zu einer zweijährigen Dopingsperre verurteilten Spaniers Alejandro Valverde (Caisse d’Epargne) soll in den nächsten fünf bis sechs Tagen eine Entscheidung fallen. Tour-Chef Christian Prudhomme sprach sich bereits vehement gegen den Start des 29-Jährigen aus, der wie zahlreiche andere – vornehmlich spanische – Spitzenfahrer zu den Kunden des Madrider Dopingarztes Eufemiano Fuenetes zählte.

Zugleich kündigte die UCI Disziplinarverfahren gegen mehrere Fahrer an, bei denen Auffälligkeiten im Blutbild festgestellt wurden. Sie würden Anfang der kommenden Woche informiert. Kurz danach sollten Mitteilungen an die Teams und die nationalen Verbände gehen, sagte McQuaid: „Wir werden den Teams und der Tourleitung empfehlen, Sanktionen zu ergreifen.“ Damit gibt es offensichtlich erstmals seit der Einführung der sogenannten Biologischen Pässe im Januar 2008 Konsequenzen aus dem hochgepriesenen Anti-Dopingprogramm. Die UCI hatte fast eineinhalb Jahre für das ehrgeizige und kostspielige Programm Hormon-Profile und Blut-Parameter von rund 850 Profis erstellt.

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