Aldag erklärt das Columbia-Erfolgsrezept

"Bei uns bekommt jeder seine Chance"


Columbia-Sportdirektor Rolf Aldag

Foto: ROTH

20.06.2009  |  (rsn) - Columbia-Highroad kommt derzeit aus dem Siegen nicht mehr heraus. 42 Saisonerfolge hat das US-Team von Bob Stapleton bereits auf dem Konto. Allein sieben davon wurden in den letzten sechs Tagen herausgefahren.

Bei der Ster Elektrotoer trumpft derzeit André Greipel als Gesamtführender und zwei Etappensiegen auf. In der Schweiz gewann das Team gleich fünf der ersten sieben Etappen - durch vier verschiedene Fahrer. Neben dem zweifachen Triumphator Mark Cavendish konnten sich der Österreicher Bernhard Eisel, der Schweizer Michael Albasini und der Luxemburger Kim Kirchen in die Siegerlisten der 71. Schweiz-Rundfahrt eintragen.

Was ist das Erfolgsgeheimnis? "Wir haben keinen klaren Kapitän. Jeder bekommt seine Chance. Mit vier verschiedenen Etappensiegern bei der Tour de Suisse haben wir das erneut bewiesen. Alle sind topmotiviert, was wiederum das Niveau in der Mannschaft hebt", erklärte Sportdirektor Rolf Aldag. "Dies zeigt auch, was für einen ausgeprägten Teamgeist wir in der Mannschaft haben. Jeder ist für den anderen da."

Als weitere Stärke nannte der ehemalige Telekom-Profi das perfekte Teamwork seiner Fahrer und verwies dabei auf den Etappensieg von Kirchen. Zunächst war Marcus Burghardt in der Ausreißergruppe des Tages. Als er eingeholt wurde, ließ sich der Sachse nicht zurückfallen, sondern arbeitete noch für seine Teamkollegen. Als Roman Kreuziger (Liquigas) im Schlussanstieg attackierte, ging zunächst Albasini mit. Als dieser nicht mehr konnte, standen Maxime Monfort und schließlich Kirchen parat.

"Und diese Teamstrategie funktioniert nur, wenn in einer Mannschaft ein gutes Klima herrscht. Dieser Sieg war taktisch hervorragend herausgefahren", lobte Aldag. Und auch Etappensieger Kirchen stellte die große Harmonie im Team heraus. "Wir sind nicht nur Mannschaftskollegen, sondern auch Freunde. Jeder ist bereit, dem anderen zu helfen."

Da passte es auch ins Bild, dass Sprintkönig Cavendish höchstpersönlich auf seinen gestürzten Teamkollegen Tony Martin, den Träger des Bergtrikots, wartete und diesen gemeinsam mit Eisel wieder ans Feld heranführte. "Das war toll mit anzusehen, wie sie sich in den Dienst von Tony gestellt haben", geriet Aldag ins Schwärmen.

Gespannt sein darf man, ob die Harmonie im Team auch bestehen bleibt, wenn es erste Enttäuschungen geben sollte. Diese stehen zum Beispiel für einige Fahrer bei der Nominierung zur Tour de France an. "Wir haben 15 Fahrer, die die Tour bestreiten könnten", sagte Cavendish. Sechs davon müssen zu Hause bleiben. Der beste Weg, um sich ins Tourteam zu fahren: siegen.

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