AFLD bringt neues Testverfahren zum Einsatz

Bordry kündigt böse Tour-Überraschung für Doper an


Pierre Bordry, der Präsident der Französischen Anti-Doping- Agentur.

30.06.2009  |  (sid/rsn) - Wenige Tage vor dem Start der Tour de France (4. bis 26. Juli) haben die Dopingfahnder den Betrügern im Feld eine böse Überraschung prophezeit. "Wir wissen genau, wen wir testen müssen. Einige Fahrer werden noch überrascht sein. Wir haben ein neues Testverfahren für eine Substanz entwickelt, von dem die Fahrer noch nichts wissen", sagte Pierre Bordry, Präsident der französischen Antidoping-Agentur AFLD. Um welches Mittel und welche Methoden es sich handelt, wollte der 70-Jährige nicht verraten.

Mit einem ähnlichen Clou hatte die AFLD bereits im vergangenen Jahr aufgewartet und einige Betrüger entlarvt. So tappten 2008 unter anderem der zweimalige Etappensieger Stefan Schumacher, Bergkönig Bernhard Kohl und Kletterspezialist Riccardo Ricco in die CERA-Falle. Die AFLD hatte völlig überraschend ein neues Verfahren zum Nachweis des EPO-Nachfolgers auf den Weg gebracht.

In diesem Jahr werden AFLD und der Radsport-Weltverband gemeinsam in den Anti-Dopingkampf ziehen, nachdem die UCI im Vorjahr noch ausgeladen worden war. Das hat den Vorteil, dass die Kontrolleure in Frankreich auf die Erkenntnisse aus dem Blutpass zurückgreifen können. So hat die UCI eine Liste mit 50 verdächtigen Fahrern erstellt, die gezielt getestet werden. "Wir haben die Auswahl der Fahrer aufgrund ihres Favoritenstatus oder aufgrund von verdächtigen Werten im Blutpass gewählt", erklärt UCI-Präsident Pat McQuaid.

Auf Grundlage der Blutprofile waren jüngst Disziplinarverfahren gegen fünf Fahrer eingeleitet worden. "Der Pass kann noch verbessert werden, aber es ist ein gutes Werkzeug, um zu wissen, wen wir testen müssen", sagte Bordry. Rund 500 Kontrollen soll es bei der Tour geben, zwei Tage vor dem Start müssen alle Teilnehmer eine Blutprobe abgeben. Auch die Chaperons kommen wieder zum Einsatz, welche die zur Kontrolle ausgewählten Fahrer von der Ziellinie bis zur Dopingprobe begleiten.

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