Niermanns Saison auf Video
Rabobank-Profi Grischa Niermann erklärt, wie er sein Rad gegen den Winter wappnet. [weiter]
Aktuelle Nachrichten
Tour-Blog
Ergebnisse
Teams
Fahrer
Videos
Live-Ticker
TV-Termine
Giro d'Italia 2010
Tour de France 2010
Vuelta a España 2010
Archiv
Links
Radsport-Shop
Lexikon
Mobil / WAP / PDA
Homepage-News
RSS-Feed
Radsport-Aktiv.de
Radsport-News.com
Mediadaten
Produktinformationen
Datenschutz
Kontakt / Impressum
02.07.2009 - Monte Carlo (dpa/rsn) - Nur die Gutgläubigen rechnen mit einer Wende zum Besseren. Die 96. Tour de France, die am 4. Juli in Monaco mit einem 15,5 Kilometer langen Zeitfahren beginnt, ist eine weitere Reise ins Ungewisse. Im Vorjahr dauerte es bis zum ersten Dopingfall sechs Tage. Diesmal kam der erste einschlägige Befund eines Tour-Starters schon drei Tage vor Beginn der Rundfahrt. Der Niederländer Thomas Dekker, schon länger im Visier der Fahnder, wurde nach einem positiven EPO-Test von seinem Silence-Lotto-Team suspendiert und aus dem Tour-Kader gestrichen.
Ob die Veranstalter mit dem Aussortieren der Problemfälle Valverde und Boonen und der Ankündigung neuer Testmethoden genug Vorsorge betrieben haben, wird sich auf den 3459,5 Kilometern zwischen Fürstentum und Paris zeigen. Am 26. Juli auf den Champs Elysées steht dann auch das Ergebnis des Selbstversuchs von Lance Armstrong fest. Kann der Rückkehrer vier Jahre nach seiner letzten Pedalumdrehung in Paris mit seinem achten Toursieg eine weiteres Sportwunder vollbringen?
Die Zeit und sein Teamkollege Alberto Contador dürften die heftigsten Widersacher des 37-Jährigen sein. „Mit 40 die Tour zu gewinnen ist zu spät, also muss ich mich beeilen“, ist das Credo des Texaners, der den Giro d`Italia als Vorbereitung auf einem guten zwölften Platz beendete. Für den Sieg Nummer acht müsste Armstrong aber wohl die offene Revolution in seinem Astana-Team anzetteln. Contador ist der Topfavorit der Rundfahrt und - nach offizieller Lesart - der Kapitän des kasachischen Teams, das wegen finanzieller Schwierigkeiten um den Tour-Start zittern musste. Der 26 Jahre alte Spanier, der die Tour 2007 gewann und im Folgejahr den Giro und die Vuelta, belegt Platz eins in der Hitliste vieler Experten. Altmeister Eddy Merckx und die deutsche Tour-Hoffnung Linus Gerdemann sind nur zwei von ihnen. Anderer Meinung ist der mittlerweile zum Tour-Inventar zählende Jens Voigt (Saxo Bank): „Von 1000 Euro würde ich 800 auf Lance setzen“.
Das Feld der deutschen Tour-Starter ist mit 15 Teilnehmern so groß wie selten. Die Aussichten auf Außergewöhnliches sind aber im Vergleich zu den fragwürdigen Hochzeiten eines Jan Ullrich oder Erik Zabel eher gering. Das größte Überraschungspotenzial könnte Tour- Novize Tony Martin bieten. Der 24-jährige Eschborner vom Team Columbia- HTC hat sich in atemberaubender Geschwindigkeit vom reinen Zeitfahrer zum Allrounder entwickelt und erregte mit Platz zwei bei der Tour de Suisse viel Aufsehen. „Ich konzentriere mich in erster Linie auf die drei Zeitfahren und peile das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers höchstens etappenweise an“, erklärte Martin.
Tageserfolge stehen auf den Wunschzetteln von Gerdemann, Fabian Wegmann (alle Milram), Voigt sowie den Sprintern Gerald Ciolek (Milram) und Heinrich Haussler (Cervélo TestTeam). Die beiden Letzgenannten sind auch Kandidaten für das Grüne Trikot des Punktbesten, das Zabel einst gepachtet hatte.
Kein gutes Omen für die mit drei Bergankünften gespickte Tour - darunter den gefürchteten Mont Ventoux einen Tag vor dem Finale - ist ein fast parallel zur offiziellen Fahrerpräsentation angesetzter Termin: Für Donnerstag lud der noch wegen Blutdopings gesperrte Alexander Winokurow zu einer Pressekonferenz in ein Nobel-Hotel in Monte Carlo. Thema: Seine Rückkehr im September und die Zukunft des Astana-Teams.