Profi-Radsport

Tour-Auftakt missraten

Armstrong in Contadors Schatten

04.07.2009 - Monaco (dpa/sid/rsn) - Die große Lance Armstrong-Show blieb aus: Der nach vierjähriger Abwesenheit bei seinem Tour-Comeback im Fürstentum Monaco gefeierte US-Amerikaner konnte nicht in den Kampf um das erste Gelbe Trikot eingreifen und war beim 15,5 Kilometer langen Zeitfahren deutliche 40 Sekunden langsamer als der souveräne Tagessieger Fabian Cancellara (Saxo Bank).

Vielleicht noch ärgerlicher für den ehrgeizigen Armstrong, der als einer der ersten Starter ins Rennen gegangen war: Sein Teamkollege, Astana-Kapitän Alberto Contador, stellte den 37-Jährigen Rückkehrer aus Texas in der teaminternen Auseinandersetzung in den Schatten, belegte 18 Sekunden hinter Cancellara den zweiten Platz und rückte damit zunächst die Weichen in der Mannschaftshierarchie zurecht. Dem siebenfachen Toursieger Armstrong blieb - für ihn ungewohnt - nur Rang zehn, noch hinter zwei weiteren Astana-Fahrern, Andreas Klöden (4.) und Levi Leipheimer (6.).

Armstrong war mit seinem Auftritt denn nur bedingt zufrieden, was weniger sein Erklärungsversuch als seine Mine verriet. „Zugegeben, ich war ein bisschen nervös - kein Wunder, ich war so lange weg. Der Kurs war sehr technisch, sehr schwierig und es war kompliziert, einen Rhythmus zu finden. Ich hatte keine Illusionen und nicht mit einem Sieg gerechnet, trotzdem habe mich wohl gefühlt. Es war eine großartige Atmosphäre“, sagte Armstrong, der entgegen früheren Gewohnheiten nach dem Rennen bereitwillig und freundlich für Interviews zur Verfügung stand, obwohl er von Fans und Journalisten hart bedrängt wurde.

Als Armstrong um 16.17 Uhr vor über 150.000 Zuschauern an der Strecke von der Rampe ging, war das Comeback nach 1441 Tagen perfekt. Hochkonzentriert wie zu alten Glanzzeiten nahm der Texaner den Kampf gegen die Uhr in Angriff, doch die Leichtigkeit früherer Tage ist dem 37-Jährigen offensichtlich abhanden gekommen. Sein berüchtigter Stakkato-Tritt trug ihn auf dem schweren Kurs - die ersten 7,5 Kilometer des Rennens führten ständig bergauf bis auf 205 Meter Höhe – nicht unter die Besten.

20 Minuten und zwölf Sekunden später war die erste Dienstfahrt auf französischen Straßen vorbei und Armstrong um einige Erkenntnisse reicher. Erst recht, als eine Viertelstunde später der junge Deutsche Tony Martin (Columbia-HTC) die Bestzeit des berühmten Kontrahenten um sieben Sekunden übertraf. Es folgten noch acht weitere Kontrahenten, die schneller als der frühere Tour-Patron waren.

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