Howmann vom Weltverband enttäuscht

WADA kritisiert UCI wegen Verhalten im Fall Jaksche

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Logo des Radsport-Weltverbandes (UCI).

06.07.2009  |  La Grande-Motte (dpa) - Die Welt-Anti-Dopingagentur (WADA) hat den Radsport-Weltverband (UCI) wegen dessen Umgang mit den Dopingaussagen des Kronzeugen Jörg Jaksche gerügt.

Da die UCI die von Jaksche gegebenen Hinweise über Dopingpraktiken nicht konsequent weiterverfolgt hätte, habe die WADA die Weitergabe der Informationen von Patrick Sinkewitz über angebliches Doping im Team Quick Step lange hinausgezögert, teilte WADA-Generalsekretär David Howman mit. "Die Haltung der UCI hat uns im Fall Jaksche sehr enttäuscht. Daher haben wir zuerst versucht, eigene Nachforschungen anzustellen. Aber gegenwärtig ist es sehr schwer, Sportärzte wegen Dopings zur Verantwortung zu ziehen", sagte Howman der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Sinkewitz hatte nach ZDF-Informationen bereits im November 2007 vor der WADA ausgesagt und den aktuellen Quick-Step-Teammanager Patrick Lefévère sowie die Ärzte seiner früheren belgischen Equipe belastet. Der belgische Rennstall wies diese Vorwürfe kurz vor dem Beginn der Tour de France zurück. Diese Aussagen von Sinkewitz, der inzwischen für das unterklassige Team Whirlpool aus Tschechien fährt, hatte die WADA erst vor zwei Wochen an die UCI weitergeleitet.

Howman kündigte an, Regierungen und Verbände dazu bewegen zu wollen, künftig verstärkt gegen in Doping-Aktivitäten verstrickte Ärzte vorzugehen. "Wir müssen diesen Prozess in Gang bringen", sagte er.

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