Profi-Radsport

Eschborner verschätzt sich am Ventoux

Martin: "Ich hätte gewinnen können"

25.07.2009 - (rsn/dpa) – In den Alpen sah es so aus, als müsste Tony Martin (Columbia HTC) nach rund zwei Wochen Tour de France dem Kräfteverschleiß Tribut zollen. Der 24 Jahre alte Eschborner bekam auf den drei Bergetappen kräftig Zeit aufgebrummt, fiel in von Platz acht ins Niemandsland des Gesamtklassements zurück und musste sein Weißes Trikot an den Luxemburger Andy Schleck (Saxo Bank) abgeben.

Aber zum Ende der Tour de France hin setzte Martin noch einmal drei Ausrufzeichen, eines fetter als das andere. Schon im Zeitfahren von Annecy zeigte der Tour-Debütant eine mehr als nur ansprechende Leistung. Auch wenn er sich enttäuscht zeigte – Platz elf war aller Ehren wert. Am Freitag dann zog Martin seinen Sprintkapitän im Finale nicht nur den gut 12 Kilometer langen letzten Anstieg der 2. Kategorie hinauf, sondern bereitete ihm auch noch den Sprint mustergültig vor.

Kaum jemand aber hätte ihm die Bravourleistung vom Samstag zugetraut, als er dem Spanier Juan Manuel Garate (Rabobank) auf rund 1.900 Metern Höhe sich ein packendes Duell lieferte. Die beiden waren die stärksten aus einer ursprünglich 16 Fahrer starken Ausreißergruppe, die in nach einer langen Flucht den Mont Ventoux unter die Räder genommen hatten. Martins Klettergala wurde am Ende zwar nicht belohnt. Um drei Sekunden schlug ihn der erfahrene Garate im Sprint.

Dabei hatte sich der spanische Kletterspezialist vom deutschen Allrounder rund 1,5 Kilometer vor dem Ziel schon abgesetzt; der aber kämpfte sich wieder zurück, verschätze sich aber im Finale. „Wenn ich gewusst hätte, dass das Ziel gleich kommt, hätte ich auch gewinnen können“, haderte er nach dem Rennen ein wenig mit sich selbst. „Wenn man so viel Aufwand betreibt und am Ende mit leeren Händen dasteht, ist das frustrierend.“

Zwar gelang Martin nicht das Kunststück, als erster deutscher Fahrer am Mont Ventoux zu triumphieren. Aber seine überragende Leistung wurde von der Jury anerkannt, die ihn als kämpferischsten Fahrer der Etappe auszeichnete.

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