Profi-Radsport

64. Vuelta a Espana: Deutsche hoffen auf Etappensiege

Valverde, Wino und Basso stehen im Rampenlicht

28.08.2009 - Assen (dpa/rsn) - Der Favoritenkreis für die Spanien-Rundfahrt ist prominent besetzt und einige der Favoriten eint eine ausgeprägte Erfahrung mit dem Thema Doping. Wenn am Samstag in Assen/Niederlande der Startschuss für die 64. Vuelta a Espana (29. Aug. - 20. Sep.) fällt, gehen sowohl Alexander Winokurow (Astana) und Ivan Basso (Liquigas) als auch Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne) mit großen Hoffnungen auf die insgesamt 3292,3 Kilometer. Winokurow betonte zwar, nur auf Etappensiege fahren zu wollen, trotzdem dürfte der 35 Jahre alte Kasache mit großem Ehrgeiz ins Rennen gehen - zumal er die Vuelta bereits einmal - im Jahr 2006 - gewonnen hat.

Auch wenn es sich um drei Ex-Doper handelt, liegen die Fälle doch höchst unterschiedlich. Während Basso zumindest den Dopingversuch gestanden hat, leugnet Winokurow bis heute hartnäckig alles. Gesperrt wurden beide, für jeweils zwei Jahre. Ganz anders der Fall Valverde: Der Spanier, obwohl in Italien des Dopings überführt und dort ebenfalls für die obligatorischen zwei Jahre gesperrt, darf als heimischer Hoffnungsträger mit tatkräftiger Unterstützung der spanischen Institutionen munter weiterfahren. Der Weltverband UCI bringt bis jetzt nicht den Mut auf, sich dem Urteil des Nationalen Olympischen Komitees (CONI) anzuschließen und den 29-Jährigen weltweit zu sperren. Eine endgültige Entscheidung bringt wohl erst der Urteilsspruch des Internationalen Sportgerichtshofs CAS, wo Valverdes Fall anhängig ist.

Die deutschen Aussichten bei der letzten großen Rundfahrt des Jahres beschränken sich auf mögliche Tageserfolge der Sprinter André Greipel (Columbia HTC) und Gerald Ciolek oder des Allrounders Linus Gerdemann (beide Milram). Aber auch der Rostocker Paul Martens (Rabobank) hat zuletzt gute Form gezeigt und ist durchaus ein Kandidat auf einen Etappensieg.

"Ich schaue mir das von Tag zu Tag an, wie es bei mir läuft. Ich habe mich von den Tour-Strapazen gut erholt", sagte Gerdemann, dessen Tour-Auftritt (Platz 24) nicht nach Wunsch verlief. Die Vorgabe von Teamchef Gerry van Gerwen vor Saisonbeginn ("Wir wollen 25 Siege") ist bei bisher sieben Erfolgen 2009 längst in die Kategorie "Wunschtraum" abgelegt worden. Der Fokus beim einzigen deutschen ProTour-Team liegt schon auf 2010. "Da werden wir stärker sein", versprach van Gerwen, der auf dem Transfermarkt noch aktiv sein will.

Die Sperre Winokurows, der bei der Tour de France 2007 des Fremdblutdopings überführt wurde lief im Juli aus. Basso, seit vergangenem Herbst wieder im Rennbetrieb, will in Spanien seinen fünften Platz vom diesjährigen Giro d`Italia toppen und traut sich den Sieg zu. Valverde, von der Tour ausgesperrt, will endlich seinen ersten Sieg bei einer großen Rundfahrt holen. Zum Favoritenkreis zählt wohl auch der spanische Olympiasieger Samuel Sanchez (Euskaltel), 2007 schon einmal Dritter der Rundfahrt. Titelverteidiger Alberto Contador (Astana) ruht sich derweilen auf den Lorbeeren seines zweiten Toursieges aus und hat auf einen Start verzichtet.

Die Vuelta, die vielen Profis auch als ideales Terrain dient, um sich für die am 22. September in Mendrisio/Schweiz beginnende Weltmeisterschaften in Form zu bringen, macht diesmal um die Pyrenäen einen großen Bogen. Trotzdem werden die Kletterer mit insgesamt fünf Bergankünften traditionsgemäß wieder voll auf ihre Kosten kommen. Die erste Vuelta-Woche ist allerdings mehr eine Sache für die Sprinter und Klassikerspezialisten wie Tyler Farrar (Garmin-Slipstream), Tom Boonen (Quick Step), Alessandro Ballan (Lampre), Philippe Gilbert (Silence-Lotto), Karsten Kroon (Saxo Bank), Greipel oder Ciolek.

Zum Auftakt will Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara (Saxo Bank) im 4,5 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr auf der renovierten Motorrad-Rennstrecke in Assen seine imposante Siegesserie fortsetzen. Sowohl bei der Tour de Suisse als auch bei der Tour de France gewann der Schweizer das Eröffnungszeitfahren und ging jeweils im Gelben Trikot auf die folgenden Etappen. Allerdings wird Cancellara im Hinblick auf die WM die Rundfahrt ähnlich wie beim Giro vorzeitig beenden.

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