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29.08.2009 - (sid/rsn) - Beim Saisonhöhepunkt Tour de France waren sie gesperrt oder unerwünscht, bei der Vuelta sind sie Aushängeschilder: Wenn heute die Spanien-Rundfahrt mit dem Einzelzeitfahren im niederländischen Assen beginnt, steht die alte Garde mit Alejandro Valverde, Alexander Winokurow und Ivan Basso wieder im Rampenlicht. Der Belgier Tom Boonen, der sich nach seinen Kokainaffären in die Frankreich-Rundfahrt eingeklagt hatte, will das Sprinttrikot erobern und seinen angekratzten Ruf wieder aufpolieren. Die Organisatoren betonen derweil ihre Entschlossenheit im Anti-Dopingkampf.
Dem Image der in den vergangenen Jahren ohnehin gebeutelten Rundfahrt ist die Teilnahme von Winokurow & Co. aber nicht unbedingt zuträglich. Zudem gibt es da noch immer das im April verabschiedete "Königliche Dekret", das in Spanien Dopingkontrollen zwischen 23.00 und 8.00 Uhr untersagt - selbst Experten streiten sich darüber, ob das Gesetz generell oder nur für Trainingskontrollen gilt. Auf einem Großteil der 3292,3km langen Fahrt durch die Niederlande, Deutschland, Belgien und schließlich Spanien dürfte also für Nachtruhe gesorgt sein.
Renndirektor Javier Guillen betont unermüdlich, dass die Organisatoren den Kampf gegen Doping ernst nehmen. "Wir geben 250.000 Euro für die Testprogramme aus und arbeiten in allen Belangen mit dem Weltverband UCI zusammen", sagte Guillen. Mit jenem Verband also, der erst jüngst durch die Rückkehr des Dopingsünders Winokurows öffentlich vorgeführt wurde.
Der vor zwei Jahren beschlossene Ehrenkodex, wonach überführte Doper nach Ablauf ihrer Sperre für zwei weitere Jahre nicht für ein ProTour-Team fahren dürfen, wird längst nicht mehr beachtet, wie die Fälle Basso und Winokurow zeigen. Auch die etwa zeitgleich zwischen Profis und UCI beschlossene Vereinbarung, dass ein überführter Doper ein Jahresgehalt als Strafe zahlen muss, ist faktisch hinfällig. Es sei nur ein Agreement und man sei machtlos, wenn des Dopings überführte Fahrer wie Winokurow sich weigerten zu zahlen, teilte die UCI mit.
Rundfahrt-Chef Guillen sagt, ihm seien im Fall Winokurow ebenso die Hände gebunden wie in dem von Valverde. Der Spanier ist in Italien wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt, darf aber in seiner Heimat weiter fahren. "Wir als Veranstalter sind keine Richter. Wenn die Fahrer Lizenzen haben und teilnahmeberechtigt sind, dann können sie starten", erklärte Guillen, der alles daransetzt, dass die Vuelta künftig wieder im April ausgetragen wird.