Team Coast will aus Telekom-Schatten heraustreten

09.01.2002  | 

Essen (dpa) - Mit einem größerem Team, höherem Etat und neuen Stars will das Team Coast aus dem langen Schatten des übermächtigen deutschen Konkurrenten Team Telekom treten. Bei der Präsentation der diesjährigen Radsport-Mannschaft mit 27 Fahrern aus sieben Ländern in Essen stand vor allem Angel Luis Casero im Mittelpunkt des Interesses.

Der vor wenigen Monaten verpflichtete 29 Jahre alte Vuelta-Sieger soll dazu beitragen, dass es nach einem eher mäßigen ersten Jahr in der höchsten Radsport-Liga (GS1-Status) deutlich aufwärts geht. «Dass man zu Beginn nicht alles richtig machen kann, war klar. Aber nun streben wir die sportliche Erfolge an, die einem so guten Team gerecht werden», sagte Marcel Wüst, ehemaliger Rad- Profi und derzeit Team-Manager des aufstrebenden Essener Rennstalls.

Das neu formierte Team um die «Leitwölfe» Casero (Spanien), Alex Zülle (Schweiz) und Fernando Escartin (Spanien) soll vor allem beim Giro d`Italia (11. Mai bis 2. Juni), der Vuelta (7. bis 29 September) sowie bei den großen Veranstaltungen in der Heimat für die lange vermissten Schlagzeilen sorgen. «Wenn wir die nötigen Erfolge haben, werden wir in Deutschland einen anderen Status haben, als im letzten Jahr», meinte Wolfram Lindner, Sportlicher Leiter beim Team Coast.

Damit diese Wünsche in Erfüllung gehen, hat Sponsor Günther Dahms seine ohnehin stattlichen finanziellen Aufwendungen nochmals erhöht. Mit den Spaniern Casero, David Plaza, Luis Perez, Paco Lara, Jaime Hernandez (alle Festina), Manuel Beltran (Mapei), dem Italiener Fabrizio Guidi (MCY) sowie den Deutschen Steffen Radochla, Andre Korff (beide Festina) und Thorsten Wilhelms (NUR) wurden zehn neue Fahrer verpflichtet. Die Hoffnungen auf eine der Anfang Mai vergebenen Wild Cards für die Tour de France (6. bis 28. Juli), die im vorigen Jahr ohne das Team Coast stattfand, hat Lindner noch nicht aufgegeben. «Entsprechende Pläne liegen in der Schublade. Unser Team ist groß und stark genug, alle drei großen Rundfahrten zu meistern.»

Bedenken, dass der hohe Anteil ausländischer Fahrer die Identifikation der deutschen Fans mit dem Team erschweren könnte, teilt Lindner nicht. «Mit Ullrich und Zabel stehen die namhaftesten deutschen Profis bei Team Telekom unter Vertrag. Andere deutsche Rennställe können nur versuchen, sich solche Top-Stars selbst zu entwickeln», sagte er. Die verbesserte Profi-Struktur mit erstmals drei deutschen GS1-Teams (Telekom, Coast, Gerolsteiner) trage dazu bei, dass «die Lücke hinter Ullrich und Zabel schneller geschlossen werden kann».

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