Profi-Radsport

Wegen Hackerangriff auf Labor in Chatenay-Malabry

Französisches Gericht stellt Haftbefehl gegen Landis aus

15.02.2010 - Paris/Berlin (dpa/rsn) – Der US-Amerikaner Floyd Landis wird mit internationalen Haftbefehl gesucht. Ein Gericht im französischen Nanterre habe den Haftbefehl bereits am 28. Januar ausgestellt, wie Pierre Bordry, Chef der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD, angab.

Landis, dem der Tour-Sieg 2006 nachträglich wegen Dopings aberkannt worden war, wird verdächtigt, einen Computer-Hacker beauftragt zu haben, in die Rechner des französischen Anti-Doping-Labors in Chatenay-Malabry einzudringen. Dort waren die Proben des mittlerweile 34-Jährigen untersucht worden.

Im November 2006 war das Labor Ziel eines Hacker-Angriffs geworden. Dabei wurden Daten geändert oder gelöscht. Die Manipulationen wurden von einem Computer aus vorgenommen, der angeblich Landis` Trainer Arnie Baker zugeordnet werden konnte. Baker und Landis sollten im vergangenen Herbst deswegen vor Gericht in Frankreich aussagen, waren aber nicht erschienen.

“Wir wurden heute Nachmittag vom Richter informiert, dass ein Haftbefehl in dieser Angelegenheit ausgestellt wurde“, erklärte Bordry auf der Online-Seite der französischen Sportzeitung L`Equipe. Gegen Baker sei deswegen bereits am 4. November 2009 ein Haftbefehl ergangen.

Landis war als Sieger der Frankreich-Radrundfahrt nachträglich disqualifiziert und aus der Siegerliste gestrichen worden, nachdem er auf der 17. Etappe der Tour 2006 positiv auf Testosteron getestet worden war. Landis bestritt Doping, war aber mit seiner Klage gegen die zweijährige Sperre vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne gescheitert. Zum Sieger wurde stattdessen der Spanier Oscar Pereiro erklärt.