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Zitat der Woche:
"Ich schaue nicht zurück im Zorn. Es war alles in Ordnung."
(Erik Zabel nach dem Münsterland-Giro, seinem letzten Straßenrennen in Deutschland)
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22.03.2001 -
Mailand (dpa) - Das Gesetz der Serie könnte bei Mailand-San Remo noch ein Mal für Erik Zabel sprechen. «Es wird gesagt, alle zehn Jahre siegt ein Ausreißer als Solist. Diesmal bin ich das neunte Mal dabei, und bisher kam es immer zum Sprint», sagte der 30-Jährige, der den Weltcup-Auftakt seit vier Jahren beherrscht.
1997 gewann Zabel sein Lieblings-Rennen zum ersten Mal, wiederholte den Erfolg 1998, wurde 1999 hinter Andrej Tschmil Zweiter und war im Vorjahr wieder Schnellster auf der Via Roma. Mit seinem vierten Sieg bei der 92. Auflage könnte der Berliner den legendären Fausto Coppi übertrumpfen, der die Classicissima ebenfalls drei Mal gewann. Bis zum Rekord des siebenmaligen Triumphators Eddy Merckx ist allerdings noch ein langer Weg.
Der Weltcup-Gesamtsieger 2000, in dieser Saison schon fünf Mal erfolgreich, muss um seine große Liebe hart kämpfen. Die Zahl der aussichtsreichen Nebenbuhler war wohl noch nie so groß. Zabel dachte zuerst an Weltmeister Romans Vainsteins aus Lettland, die Italiener Michele Bartoli und Paulo Salvoldelli, den Belgier Peter van Petegem und Markus Zberg (Schweiz). In Topform präsentiert sich zurzeit wie Zabel auch wieder der Belgier Tschmil, der die geänderte Strecke am Mittwoch inspizierte. Anstelle des Turchino ist der 773 m hohe Bric Berton in diesem Jahr erstmals im Programm des immer noch längsten Eintages-Rennens, das auf 287 km verkürzt wurde.
«Mit der Änderung wollten die Veranstalter die Strecke sicher schwerer machen. Die Selektion im Finale soll strenger ausfallen, damit weniger Fahrer auf die Zielgerade kommen. Aber mir ist das relativ egal. Der neue Berg liegt 150 Kilometer vor San Remo und wird für die Entscheidung keine große Bedeutung haben», vermutete Zabel.
Die Erfolge dieser Saison sprechen für den Weltranglisten-Zweiten, auch wenn Zabel zur Generalprobe bei Tirreno-Adriatico kein Etappen-Sieg gelang. «Das ist eigentlich nicht so wichtig. Ein Mal entschied ja nur das Zielfoto, ich wurde um drei Zentimeter geschlagen. Ich fühle mich ähnlich stark wie in den Vorjahren», sagte der fünfmalige Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France, der sich diesmal «in der Breite auf eine sehr starke Mannschaft» stützen kann.
In der Schlussphase besonders wichtig für Zabel: «Lokomotive» Gian-Matteo Fagnini, der ihm im Vorjahr den Weg zu Sieg Nummer drei freimachte und schon wieder unter Volldampf steht. «Er ist super drauf. Da kann man bei ihm die Uhr nach stellen», sagte der in Unna lebende Berliner, der verkraften kann, dass Jan Ullrich gleichzeitig in Portugal seine Runden dreht. Der Toursieger von 1997 war nur bei Zabels erstem Sieg in San Remo mit von der Partie im Telekom-Team.
Dem Druck und der großen Erwartungshaltung will sich der ehrgeizige Zabel nicht beugen. Doch seine scheinbare Gelassenheit ist ihm nur schwer abzukaufen: «Ich sehe mich nicht als klaren Favoriten, die Serie kann auch ein Mal zu Ende gehen. Ein Platz zwischen fünf und 15 wäre auch okay.» Bis zum entscheidenden letzten Anstieg, dem Poggio, schwebt Zabels rechte Hand Fagnini folgendes Szenario vor: «Da müssen noch wenigstens Winokurow und ich bei Erik sein, dann bringen wir ihn auf die Ziellinie». An besonderer Konzentration Zabels hegt der smarte Italiener keinen Zweifel: «Erik interessieren nur zwei Dinge pro Saison: Mailand-San Remo und das Grüne Trikot.»
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