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24.03.2001 -
San Remo (dpa) - Erik Zabel hat das Gesetz der Serie auf eindrucksvolle Art bestätigt. Der 30-jährige Berliner gewann am Samstag zum vierten Mal innerhalb von fünf Jahren den ersten Frühjahrs-Klassiker Mailand-San Remo, mit dem die Reihe der zehn Weltcup-Rennen der Saison 2001 eröffnet wurde.
Zabel, auch 1997, 1998 und im Vorjahr siegreich, zeigte sich nach 287 km wiederum im Sprint einer Spitzengruppe unwiderstehlich und unbezwingbar. Auf der Zielgeraden spurtete Zabel bei wolkenverhangenem Himmel den Italiener Mario Cipollini und Weltmeister Romans Vainsteins aus Lettland nieder.
Der fünffache Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France ließ bei der 92. Austragung des Traditions-Klassikers den legendären Fausto Coppi hinter sich und zog mit dem ebenfalls vier Mal erfolgreichen Gino Bartali gleich. Der im Vorjahr gestorbene Italiener hatte die Classicissima 1939, 1940, 1947 und 1950 gewonnen. Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping - selbst ein begeisterter Hobby-Radsportler - umarmte Zabel bei der Siegerehrung.
«Am schwersten ist mir der erste Sieg gefallen. Danach habe ich geträumt, wie oft ich das Rennen gewinnen kann. Diesen Traum habe ich nur meiner Frau erzählt», sagte Zabel mit Blick auf Rekordhalter Eddy Merckx. Die belgische Radsport-Legende hat immerhin sieben Mal in San Remo triumphiert.
Die Entscheidung beim Weltcup-Auftakt fiel - anders als so oft in den vergangenen Jahren - diesmal nicht am Poggio di San Remo. Nach dem letzten Anstieg sechs Kilometer vor dem Ziel lagen alle Favoriten noch in einer Kopfgruppe. Zabel, im Vorjahr Gesamtsieger des Weltcups und jetzt schon wieder im weißen Spitzenreiter-Trikot unterwegs, hatte noch seinen Helfer Gian-Matteo Fagnini bei sich. Auf den letzten Metern auf der Via Roma ließ sich Zabel auch nicht von einem Massensturz irritieren, in den unter anderem Dimitri Konyschew verwickelt war, und setzte sich nach zuvor schon fünf Saisonsiegen ungefährdet durch.
Fagnini bereitete ihm dabei wie im Vorjahr den Sprint mustergültig vor. «Das Finale war für ihn und mich fast schon Routine», sagte Zabel, der von dem Sturz erst etwas bemerkte, als die betroffenen Fahrer zu Fuß ins Ziel kamen. Auch die neue Streckenführung beeindruckte den Sieger nicht.
Nach einem gemächlichen Start und Temperaturen um 17 Grad gab es nach 104 km den ersten ernsthaften Ausreißversuch. Der Ukrainer Sergej Matwejew, der Schwede Martin Rittsel, der Spanier Davi Lasa Latasa und der Tscheche Milan Kadlec fuhren zeitweilig fast zehn Minuten Vorsprung heraus. Zu diesem Zeitpunkt waren es aber noch fast 100 km bis zum Ziel. Zuvor hatten die 193 Fahrer den 773 m hohen Bric Berton und den 516 m hohen Colle del Giove überquert. Bis 30 km vor dem Ziel fing das Feld alle Ausreißer ebenso ein wie etwas später den kurzzeitig davon gefahrenen Weltranglisten-Ersten Francesco Casagrande.
Das ebenfalls in San Remo endende Weltcuprennen der Frauen gewann die Schwedin Susanne Ljungskog. Beste Deutsche bei der «Primavera rosa» war nach 188 km Vera Hohlfeld aus Erfurt auf Platz 28. Die Weltranglisten-Zweite Hanka Kupfernagel aus Berlin kam bei ihrem ersten Weltcup-Start in diesem Jahr nicht über Rang 34 hinaus.
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