Chaos auch auf der 3. Tour-Etappe?

Pavés sorgen für Angst und Schrecken


Foto: ROTH

06.07.2010  |  (sid/rsn) – Nach der chaotischen 2. Etappe der Tour de France versetzt am Dienstag das Kopfsteinpflaster in der "Hölle des Nordens" das Peloton in Angst und Schrecken. Auf der 3. Etappe der Tour de France von Wanze bis zum Eingang des berüchtigten Waldes von Arenberg geht es für Alberto Contador, Lance Armstrong und Co. über die staubigen und ruckeligen Feldwege aus der Zeit Napoleons.

Insgesamt 13,2 Kilometer führen über die Pavés, auf denen im Frühjahr beim Klassiker Paris-Roubaix stets Radsport-Schlachten ausgetragen werden. Vier der sieben Kopfsteinpflaster-Sektoren warten auf den letzten 30 Kilometer auf die Fahrer. Wer hier stürzt, hat kaum mehr eine Chance, die verlorene Zeit aufzuholen. Gerade die Bergspezialisten sind hier im Nachteil, wie Tour-Debütant Roger Kluge vom Milram-Team betont: "Fahrer wie Contador werden es richtig schwer haben. Diese Fliegengewichte hüpfen von Stein zu Stein."

Kein Wunder, dass es den spanischen Titelverteidiger schon im Frühjahr in die wenig ansprechende Region im Norden Frankreichs mit den schier unendlich vielen Rübenackern verschlagen hatte. Im Schlepptau hatte der Spanier den früheren Klassikerspezialisten van Petegem, der ihm das ABC der Pavés erklärte. Ob es geholfen hat, wird sich am Dienstag zeigen. "Klar, die Etappe liegt mir nicht, aber es werden auch noch andere kommen", sagte Contador, der noch nie an einem Klassiker wie Paris-Roubaix oder der Flandern-Rundfahrt teilgenommen hat.

Geht es nach Voigt, hätte man auf den Abstecher auch verzichten können: "Die Etappe wird ein Spektakel - aber nur für die, die zu Hause mit dem Bier vor dem Fernseher sitzen. Nach zwei Tagen sind noch alle fit, und wenn alle 200 Fahrer zuerst in den Kopfsteinpflaster-Abschnitt reinfahren wollen, ist klar, was passiert. Ich befürchte, dass wir den ein oder anderen Fahrer mit gebrochenem Schlüsselbein oder Armbruch zurücklassen werden."

Auch Tony Martin (HTC-Columbia) spricht von "Gefahren, die man hätte umgehen können". Milram-Kapitän Linus Gerdemann sieht sich zwar als guter Pflasterfahrer, rechnet aber auch mit "Mord und Totschlag" am Eingang der Pavés.

Und Raushalten macht keinen Sinn. "Dann wird man durch die Stürze derart aufgehalten, dass man auch so ein paar Minuten verliert", erklärte Gerdemann, der in der Vergangenheit stets gutes Gespür bei entscheidenden Rennsituationen bewies.

Wie schnell auf dem Kopfsteinpflaster die Tour-Träume platzen können, weiß Contadors Landsmann Iban Mayo nur zu gut. Der damalige Mitfavorit verlor im Jahr 2004 nach einem Sturz fast vier Minuten und musste seine Tour-Ambitionen ad acta legen.

Und diesmal geht es vor allem im Finale richtig zur Sache, wenn die vier Sektoren Sars-et-Rosieres (2400m), Tilloy-les-Marchiennes (2500), Wandignies-Hamage (3700m) und d'Haveluy (2300) warten. Immerhin: Prologsieger Fabian Cancellara (Saxo Bank) freut sich auf den Ritt über Steine, die fast so groß wie Findlinge sind. Im Frühjahr hatte er hier mit einem Parforceritt seinen zweiten Sieg bei Paris-Roubaix eingefahren.

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