Profi-Radsport

Ab 1. April EPO-Kontrollen - UCI-Chef: «EPO-Problem gelöst»

30.03.2001 - Berlin/Lausanne (dpa) - Der Internationale Radsport-Verband UCI hat als erster Sportverband beschlossen, vom 1. April an regelmäßig Tests auf die verbotene Einnahme des Hormons Erythropoietin (EPO) vorzunehmen. Zum EPO-Nachweis wird die im Vorjahr entwickelte französische Methode herangezogen, die über Urin-Kontrollen EPO nachweisen kann.

Mit diesem auch natürlich im Körper vorkommenden Hormon wird die Sauerstoff-Transportfähigkeit des Blutes erhöht, was zu Doping-Gebrauch mit künstlich hergestelltem EPO unter Ausdauersportlern führte.

«Der Test ist noch nicht ideal. Aber bei allem, was wir zurzeit zur Verfügung haben, können wir sagen: Das EPO-Problem ist gelöst. Das heißt allerdings nicht, dass EPO nicht mehr angewendet wird», sagte UCI-Präsident Hein Verbruggen (Niederlande) in Lausanne. «Das ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Doping, und es ist gut, dass der Radsportverband als erster die Methode offiziell heranzieht. EPO ist keine Droge von gestern und spielt wahrscheinlich zur verbotenen Leistungssteigerung weiter eine Rolle», meinte Lothar Heinrich, Mannschaftsarzt und Leistungs-Diagnostiker im Team Telekom.

Die vom Pariser Institut Chatenay-Malabry entwickelte Nachweis-Methode sollte schon zur vergangenen Tour de France angewendet werden, was allerdings scheiterte. In Sydney wurde dieser EPO-Test zusammen mit einer australischen Blut-Kontroll-Methode bei den Olympischen Spielen angewendet. Allerdings sind die Ergebnisse und damit mögliche Sanktionen nicht bekannt gegeben worden. Das IOC hat diese Nachweis-Methoden offiziell noch nicht anerkannt.

Bei internationalen Radrennen sollen wie seit 1997 üblich vor den Rennen weiter Blut-Kontrollen durchgeführt werden, in denen der Hämatokritwert gemessen wird. Er konnte bisher Aufschluss über möglichen EPO-Konsum geben. Bei auffälligen Schwankungen dieses Wertes wird jetzt der Urin des Fahrers auf das Blut-Doping-Mittel EPO getestet. Beim Nachweis drohen mehrmonatige Strafen. Außerdem soll über die obligatorischen Urin-Tests nach den Rennen auch nach EPO- Konsumenten gesucht werden.

Bisher zog ein Hämatokritwert von über 50 Prozent fester Bestandteile im Blut eine Sperre von 14 Tagen «aus gesundheitlichen Gründen» nach sich. Ein erhöhter Blutwert lässt nicht definitiv den Doping-Schluss zu.

Die UCI teilte weiter mit, dass neben Chatenay-Malabry auch Anti-Doping-Labors in Lausanne, Montreal und Sydney im Stande sind, Urin-Proben nach der französischen Methode zu analysieren. Allerdings seien die Institute nicht in der Lage, die im Radsport jährlich anfallenden etwa 6000 Proben zu bearbeiten.

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