Cross-WM in St. Wendel

Kupfernagel: "Compton ist die große Favoritin"


Katherine Compton vor Hanka Kupfernagel - auch bei der Cross-WM in St. Wendel? Foto: ROTH

29.01.2011  |  (sid/rsn) - Beim Heimspiel in St. Wendel startet Hanka Kupfernagel am Sonntag noch einmal einen Angriff auf den WM-Thron. Wenn die Cross-Elite bei der Weltmeisterschaft in der saarländischen Kleinstadt Station macht, will die 36-Jährige ihre makellose WM-Bilanz weiter aufpolieren. "Natürlich ist der Titel ein Ziel, auch wenn es von Jahr zu Jahr schwerer wird, nach einer Medaille zu greifen. Die Konkurrenz wird stärker. Gute junge Fahrerinnen kommen nach", sagte Kupfernagel vor ihrer elften WM-Teilnahme.

Alles andere als eine Medaille wäre für die Thüringerin aber eine Enttäuschung. Was soll sie auch anderes sagen? Bei zehn WM-Starts stand sie zehnmal auf dem Podium, viermal gewann die Ausnahmefahrerin sogar die Goldmedaille - unter anderem 2005 bei den damaligen Titelkämpfen in St. Wendel.

Die große Favoritin ist Kupfernagel diesmal aber nicht. Diese Rolle übernimmt die US-Amerikanerin Katherine Compton, die vier der letzten fünf Weltcup-Rennen gewann. Auch die letzte Prüfung in Hoogerheide entschied Compton für sich - knapp vor Kupfernagel. "Sie ist die große Favoritin. Es wird darauf ankommen, wer den besseren Tag hat", sagte Kupfernagel, die auch die niederländische Fraktion um Titelverteidigerin Marianne Vos sowie Daphny van den Brand und Sanne van Paassen auf der Rechnung hat.

Zweite deutsche Hoffnung bei den Frauen ist Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz. Die 39-Jährige kennt das Terrain in St. Wendel, wo bereits etliche Mountainbike-Veranstaltungen stattfanden, in- und auswendig, sie holte dort bereits bei der Cross-WM 2005 die Silbermedaille hinter Kupfernagel. "Sie hätte das Potenzial für eine große Cross-Fahrerin", meinte Bundestrainer Patrick Moster. Allerdings nutzt Spitz die Querfeldein-Rennen eher als Vorbereitung auf die Mountainbike-Saison. Außerdem muss sie aufgrund ihrer wenigen Weltcup-Starts von einer schlechteren Startposition aus ins Rennen gehen.

Bei den Männern konzentriert sich alles auf ein Duell zwischen Titelverteidiger Zdenek Stybar (Tschechien) und dem Querfeldein-Mutterland Belgien mit Niels Albert, Sven Nys und Kevin Pauwels. Aus deutscher Sicht peilt der frühere U23-Weltmeister Philipp Walsleben eine vordere Platzierung an. "Unter die besten Fünf zu kommen, ist durchaus möglich", sagte der in Belgien lebende Walsleben, der zuletzt im Weltcup zwei siebte Plätze holte.

Ansonsten ist das kleine St. Wendel für die WM bestens gerüstet. Rund 30.000 Fans werden am Wochenende erwartet.

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