Cross-WM in St. Wendel

Kupfernagel: Nach Blitzstart blieb nur die Holzmedaille


Hanka Kupfernagel bei der Cross-WM in St. Wendel Foto: ROTH

30.01.2011  |  (sid) - Die Enttäuschung stand Hanka Kupfernagel ins Gesicht geschrieben. Immer wieder schüttelte die deutsche Cross-Königin den Kopf und suchte nach Erklärungen für ihre verpasste Medaille beim Heimspiel in St. Wendel. "Ich bin ganz schön enttäuscht. Das war eine fantastische Stimmung hier. Ich wollte nichts lieber, als auf dem Podium stehen. Jetzt ist es nur die Holzmedaille", haderte Kupfernagel mit ihrem vierten Platz bei der Cross-WM.

Damit riss ausgerechnet vor eigenem Publikum ihre beeindruckende Erfolgsserie. Zehnmal stand die 36-Jährige bei einer Cross-WM am Start, zehnmal fuhr sie auf das Podest. "Ich werde ein bisschen brauchen, um das zu verdauen. Ich hätte mir so gewünscht, dass meine Beine ein wenig besser sind", ergänzte die viermalige Titelträgerin, die im Ziel 42 Sekunden hinter der alten und neuen Weltmeisterin Marianne Vos aus den Niederlanden lag. Die Plätze zwei und drei belegten die US-Amerikanerin Katherine Compton und die Tschechin Katarina Nash.

Kupfernagel hatte sich mehr vorgenommen und war bei Volksfeststimmung verheißungsvoll ins Rennen gestartet. Nach ihrem "besten Start der Saison" hatte die deutsche Medaillenhoffnung fast die gesamte erste Runde in Führung gelegen und sogar einen kleinen Vorsprung herausgefahren. "Ich war selbst überrascht und habe gezweifelt, ob ich durchziehen soll. Vielleicht habe ich mich da selbst aus dem Rennen geschossen", analysierte Kupfernagel die erste Rennphase, bevor das Unheil seinen Lauf nahm.

Ein Sturz auf der zweiten Runde am ersten steilen Anstieg, an dem fast jeder Fahrer im Laufe des Wochenendes Bekanntschaft mit dem matschigen Untergrund gemacht hatte, brachte Kupfernagel aus dem Konzept. Das Führungstrio zog davon und auch eine Aufholjagd in den letzten beiden Runden (Kupfernagel: "Da lief es immer besser") führte nicht mehr zur erhofften Medaille.

Die verfehlte auch Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz, die 2005 noch bei der letzten WM in St. Wendel zusammen mit Kupfernagel die ersten beiden Plätze belegt hatte. Am Ende langte es für die 39 Jahre alte Powerfrau beim Abstecher ins Gelände zu einem guten zehnten Platz. "Es war ein großes Manko, dass ich aus der vierten Reihe starten musste. Da war es schwierig, Plätze gut zu machen. Aber ich bin zufrieden, ich habe einiges für die Mountainbike-Saison mitgenommen", sagte die 39-Jährige.

Schwer zu kämpfen hatten die Athleten mit der anspruchsvollen Strecke. Teils vereister Boden, teils tiefer Morast forderten Kupfernagel und Co. alles ab. Bereits am Samstag hatte es in den Rennen der Junioren und U23-Männer ein wahres Sturzfestival gegeben. "Cross ist halt eine Wintersportart. Da muss man damit rechnen, dass sich die Strecke verändert", sagte Spitz und konnte die Kritik aus dem Fahrerlager nicht teilen. Die gut 30.000 Zuschauer an der Strecke, darunter fast 10.000 radsportverrückte und meist verkleidete Belgier, hatten dagegen ihren Spaß.

RADRENNEN HEUTE

    WorldTour

  • Vuelta a España (2.UWT, ESP)
  • GP Ouest France - Plouay (1.UWT, FRA)
  • Radrennen Männer

  • Ronde van Midden-Nederland (1.2, NED)
  • Croatia-Slovenia (1.2, SLO)
  • Schaal Sels (1.1, BEL)
  • Tour of Bulgaria (2.2, BUL)
  • Coppa Agostoni - Giro delle (1.1, ITA)
  • Tour do Rio (2.2, BRA)
  • Tour of China I (2.1, CHN)
DATENSCHUTZ    |    KONTAKT    |    IMPRESSUM