Profi-Radsport

Roberto Heras gewann Vuelta

17.09.2000 - Madrid (dpa) - Die Vuelta ist kurz vor den olympischen Straßenrennen wieder zu einer rein spanischen Angelegenheit geworden. Der 26-jährige Spanier Roberto Heras hat am Sonntag die Spanien-Radrundfahrt gewonnen und damit die Nachfolge von Vorjahrs-Gewinner Jan Ullrich (Merdingen) aus dem Telekom-Team angetreten, der das Rennen diesmal vorzeitig aufgegeben hatte.

Für den Fünften der diesjährigen Tour de France war es der größte Erfolg in diesem Jahr. Dem Kelme-Profi reichte beim abschließenden 38 km langen Einzelzeitfahren in Madrid eine Zeit von 47:25 Minuten, knapp zwei Minuten langsamer als der Tagessieger Santos Gonzales. Auch auf den folgenden Plätzen im Gesamtklassement reihten sich mit Angel Casero (2.) und Santos Gonzales (4.) Spanier ein. Lediglich Rang drei ging an den Russen Pawel Tonkow.

Der Sieger der Schlussetappe Santos Gonzales sorgte am Ende noch einemal für eine kleine Überraschung. Er war bei dem 38 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr durch Madrid sechs Sekunden schneller als Casero und immerhin 1:01 Minuten schneller als Ex-Weltmeister Abraham Olano (Spanien). Damit stieß er noch auf Rang vier der Gesamtwertung vor.

Dem Team Telekom hat die diesjährige Spanien-Tour nicht das erwartete Resultat gebracht. Ullrich stieg bereits frühzeitig vom Rad und zog es vor, sich in Vorbereitung auf die olympischen Rennen lieber in den Schwarzwald zurückzuziehen und die Form für Sydney zu konservieren. Sein Teamgefährte und Olympia-Mitstreiter Andreas Klöden (Berlin) gab bei Halbzeit der Rundfahrt ebenfalls auf. Lediglich der dritte Sydney-Fahrer im Vuelta-Aufgebot, der deutsche Meister Rolf Aldag (Ahlen), quälte sich allerdings ohne zählbares Resultat über die erneut schwere Rundfahrt.

So blieb es Allrounder Alexander Winokurow (Kasachstan) als einzigem Telekom-Fahrer überlassen, mit einem allerdings beeindruckenden Solo für den einzigen Tagessieg des Bonner Vorzeige- Rennstalls bei der 21-Etappen-Rundfahrt zu sorgen. Zuvor hatte Sprinter Giovanni Lombardi gleich fünf Mal als Zweiter einen Tagessieg verpasst.

Heras hatte bereits am Samstag bei der letzten Bergankunft seine Führung mit einem Etappensieg ausgebaut. Am Ende der 20. Etappe hatte der Spitzenfahrer beim schweren Schlussanstieg selbst für das Tempo gesorgt und alle Angriffe vereitelt.

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