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"Man muss sich für Erfolg im Radsport nicht schämen."
(Deutschland Tour-Gewinner Linus Gerdemann)
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15.04.2001 -
Roubaix (dpa) - Servais Knaven ist der Held von Roubaix. Der 30-jährige Niederländer aus der zweiten Prominenten-Reihe seines Domo-Teams gewann das dritte Weltcup-Rennen Paris-Roubaix, das durch Kälte, Regen und viele Stürze gekennzeichnet war. Knaven war 16 km vor dem Ziel aus einer neunköpfigen Spitzengruppe ausgerissen.
Bravouröse Gegenwehr bei der 99. Austragung des ältesten Klassikers leistete Mitfavorit Steffen Wesemann aus Wolmirstedt. Trotz eines Defekts an seinem linken Rennschuh erreichte der 30-jährige Telekom-Fahrer nach 254,5 brutalen und dramatischen Kilometern durch Schlamm und über spiegelglattes Kopfsteinpflaster noch Rang sieben, 35 Sekunden nach Knaven.
«Da war bei mir nicht mehr drin, und mit dem Schuh konnte ich auch nicht zum Schluss um einen besseren Platz sprinten. Die Sohle war abgeschliffen. Wir hatten unterwegs mein Rad und dann die Pedale gewechselt. Aber es nützte nichts. Ein Schuh-Wechsel hätte zu lange gedauert. Schade, ich hatte mir so viel vorgenommen und war top drauf», bedauerte Pechvogel Wesemann.
Dem Coup von Knaven war eine Alleinfahrt seines Team-Kollegen Wilfried Peeters (Belgien) vorausgegangen, der sein Solo 87 km vor dem Ziel gestartet hatte und dann kurz vor der Knaven-Attacke eingeholt wurde. Die belgische Domo-Mannschaft, die eine taktische Meisterleistung bot, feierte durch Knaven, den Vorjahressieger Johan Museeuw (Belgien) und Weltmeister Romans Vainsteins (Lettland) einen Dreifach-Erfolg. Die als Weltcup-Spitzenreiter ins Rennen gegangenen, punktgleich führenden Gianluca Bortolami (Italien) und Erik Zabel (Unna) hatten mit dem Ausgang des Rennens durch die «Hölle des Nordens» nichts zu tun. Das «Weiße Trikot» des Spitzenreiters nach drei Weltcup-Rennen übernahm Vainsteins von Bortolami.
Schon früh hatte sich eine 16 Fahrer starke und prominent besetzte Spitzengruppe gebildet, in der neben dem dreifachen Roubaix-Sieger Museeuw und Wesemann auch der Berliner Jens Voigt fuhren. Sie hatten sich schon rund 100 km nach dem verregneten Start im eiskalten Compiegne, 60 km nördlich von Paris, auf und davon gemacht. In der ersten Verfolgergruppe fuhr zur Hälfte des Rennens noch Zabel an der Seite Andrej Tschmils. Doch in der entscheidenden Phase spielten die beiden Mitfavoriten keine Rolle mehr. Mit steigender Renndauer schrumpfte die Spitzengruppe der dreckverschmierten Fahrer, die aussahen wie Grubenarbeiter nach der Schicht.
Bei ähnlichen klimatischen Verhältnissen war Museeuw vor drei Jahren so schwer gestürzt, dass Gefahr bestand, sein Bein zu verlieren. Bei der 99. Auflage des ältesten Klassikers herrschten am Sonntag irreguläre Verhältnisse, vor allem auf den 24 Sektoren mit dem Jahrhunderte alten Kopfsteinpflaster. Die Feldwege waren nach Dauerregen verschlammt und von tückischen Wasserpfützen übersät. Im berüchtigten Wald von Arenberg stürzte Philippe Gaumont schwer, und Wesemann hatte Mühe, sich an dem am Boden liegenden Franzosen vorbei zu schlängeln. Gaumont wurde mit einem gebrochenen Unterschenkel ins Krankenhaus von Valenciennes gebracht. Kurz danach kam der Sieger des Rennens Gent-Wevelgem, George Hincapie (USA), zu Fall.
Am Morgen hatte es bei sieben Teams die obligatorischen Blutkontrollen durch den Weltverband UCI gegeben; im Gegensatz zum vergangenen Weltcup-Rennen in Flandern gab es keine Beanstandungen. Auch Telekom wurde getestet. Das vierte von insgesamt zehn Weltcup-Rennen ist Lüttich-Bastogne-Lüttich.
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