Nichts Neues vom Internationalen Sportgerichtshof

CAS verschiebt Ullrich- und Contador-Urteil


Alberto Contador (l) und Jan Ullrich müssen auf ihre CAS-Urteile warten. Fotos: Nicolas Bouvy/ Patrick Seeger

16.01.2012  |  Lausanne (dpa/rsn) - Schon seit vielen Monaten warten Alberto Contador und Jan Ullrich auf ihre CAS-Urteile - und müssen sich weiter gedulden. Der Internationale Sportgerichtshof verlängerte beide Fristen für die diese Woche erwarteten Entscheidungen.

Im Fall Contador, der sich wegen eines positiven Dopingtests bei der Tour 2010 verantworten musste, ist nun das Urteil für die letzte Januar-Woche vorgesehen. Ullrich wird voraussichtlich erst am 10. Februar erfahren, wie die Richter in Lausanne über seinen Fall entscheiden. Dem einzigen deutschen Sieger der Tour de France, der seine Karriere längst beendet hat, droht wegen der Doping-Affäre Fuentes eine lebenslange Sperre im Profiradsport.

Während dem mittlerweile 38 Jahre alten Ullrich kein Grund für die Verschiebung mitgeteilt wurde, gibt der CAS in der Causa Contador den Medien die Schuld für die Verzögerung. "Mit großer Enttäuschung" habe man Artikel gelesen, in denen von Kritik an der Zusammensetzung des Gerichts und dem Verfahrensablauf geschrieben worden war. Obwohl alle involvierten Parteien ablehnten, einen oder mehrere Personen des dreiköpfigen Gerichts auszutauschen, komme es zu der Verzögerung.

In der Erklärung bezieht sich das Gericht offensichtlich auf einen Kommentar von Flavio Becca, dem Sponsor von RadioShack-Nissan. Der Luxemburger hatte dem israelischen CAS-Richter Ephraim Barak Parteilichkeit vorgeworfen. Der Jurist habe Contadors Saxo-Bank-Team in ein Trainingslager nach Israel gelotst. Dort wurde die Mannschaft auch von Politikern empfangen.

Der CAS verurteilte die Andeutungen umgehend. Bei der Verhandlung im November in Lausanne war Medienberichten zufolge ein Belastungszeuge der Anklage nicht zugelassen worden. Obwohl sich weder das Gericht noch die Verhandlungsparteien dazu äußerten, scheint sich der CAS bei seiner Ankündigung am Montag auf ebenjene «Gerüchte bezüglich des Verfahrensablaufs» zu beziehen.

Im Fall Ullrich sind die Umstände für die Verzögerung unklar. In dem Fax an den früheren Telekom-Superstar, das Radsport News vorliegt, wird nur der 10. Februar als neuer Termin genannt. Bereits zum dritten Mal verschiebt der CAS damit seine Entscheidung. Ullrichs Sprecher Falk Nier teilte mit, er wolle die neuerliche Verschiebung nicht mehr kommentieren.

Das Gericht muss entscheiden, ob der Schweizer Radsport-Verband Anfang 2010 Doping-Ermittlungen gegen Ullrich wegen Verstrickungen in die Affäre Fuentes einstellen durfte. Dagegen hatten die UCI und die Schweizer Anti-Doping-Agentur Protest eingelegt. In einem Teil-Urteil erklärte der CAS die Agentur für nicht zuständig - die Entscheidung über den Protest der UCI lässt auf sich warten.

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