Italiener hatte 800 Juden vor Deportation bewahrt

Verstorbener Bartali bekommt Ehrentitel


Gino Bartali (l) soll posthum den Ehrentitel «Gerechter unter den Völkern» erhalten. Foto: dpa

27.01.2012  |  Berlin (dpa) - Der große italienische Radsport-Campione Gino Bartali soll in der jüdischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem posthum den Ehrentitel «Gerechter unter den Völkern» erhalten.

Das teilte der Internationale Radsport-Verband UCI mit und berief sich auf Recherchen der italienischen Journalistin Laura Guerra und von Bartali-Sohn Andrea, der einer Stiftung vorsteht. Mit der Auszeichnung werden nichtjüdische Personen und Organisationen geehrt, die sich dem Nazi-Regime widersetzten, um Juden zu retten.

Der zweifache Tour de France-Gewinner und dreifache Giro-Sieger hatte 1943 mitgeholfen, 800 Juden vor der Deportation zu bewahren. Der im Jahr 2000 verstorbene Radsportler hatte während einer 380 Kilometer langen - als Trainingsfahrt getarnten - Tour von Florenz nach San Quirico Passbilder und Unterlagen für die Ausstellung falscher Dokumente im Fahrradrahmen und Sattel versteckt.

In dem Spielfilm «Der Assisi-Untergrund» war Bartali 1985 für seine Hilfsaktionen bereits ein cineastisches Denkmal gesetzt worden. Der Campione, der sich zu diesen Begebenheiten nur selten geäußert hatte, starb vor 12 Jahren im Alter von 85 Jahren. Legendär waren seine sportlichen Duelle mit Fausto Coppi.

Bartali-Stiftung

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Vuelta kolbi a Costa Rica (2.2, CRC)

Newsletter:

DATENSCHUTZ    |    KONTAKT    |    IMPRESSUM