Olympia hat Vorrang vor der Tour

Kluge will lieber nach London statt nach Frankreich


Roger Kluge (Project 1t4i) | Foto: ROTH

30.01.2012  |  Berlin (dpa/rsn) – Das große Ziel der meisten Radprofis ist für Roger Kluge (Project 1t4i) in diesem Jahr kein Thema. „Sollte unser Team zur Tour de France eingeladen werden, wovon ich ausgehe, werde ich dort nicht starten“, kündigte der 25 Jahre alte Sprint- und Klassikerspazialist an.

Kluge will in diesem Jahr alles seiner zweiten Olympia-Teilnahme unterordnen. „London hat für mich Vorrang - das gilt auch für meinen Teamkollegen John Degenkolb, der das olympische Straßenrennen gewinnen will“, sagte der Silbermedaillengewinner von Peking der Nachrichtenagentur dpa. Kluge will auf der Olympia-Bahn im Omnium glänzen. „Gold wäre mir am liebsten“, lautet Kluges Wunsch. In der neuen Olympiadisziplin aus sechs verschiedenen Kurzzeit- und Ausdauer-Wettbewerben hatte er schon das Weltcup-Rennen in Astana/Kasachstan und den Europameistertitel in Pruszkow/Polen gewonnen hat.

Seine Straßensaison beginnt der in Eisenhüttenstadt geborene Kluge wie im Vorjahr bei der am 5. Februar beginnenden Katar-Rundfahrt. Vorher peilt er beim 101. Berliner Sechstagerennen eine Überraschung mit seinem neuen Partner Leif Lampater an. Mit dem Schwaikheimer fuhr sich Kluge schnell in die Herzen der Berliner Fans, die auf Vorjahressieger (an der Seite Kluges) und Lokalmatador Robert Bartko verzichten müssen. Der Doppel-Olympiasieger von Sydney konnte sich mit den Veranstaltern nicht über die Gage einigen.

Aber nicht nur auf der Bahn in London, im Frühjahr hat Kluge auch auf der Straße einiges vor: „Mein Hauptaugenmerk liegt auf den Klassikern Mailand-San Remo und Paris-Roubaix“, kündigte er an. Kluge hofft darauf, dass im dritten Profijahr auf der Straße der Knoten platzt. Hektik lässt er keine aufkommen. Bisher steht nur der Sieg bei den Neuseen Classics - Rund um die Braunkohle 2010 – damals fuhr Kluge für nicht mehr existierenden Milram-Team - in seiner Siegerliste.

“Bei mir dauert`s immer etwas länger, das war schon im Juniorenbereich so“, meinte Kluge dazu. Das ambitionierte 1t4i-Team gilt mit Marcel Kittel und Degenkolb als Sprinter-Großmacht, die der Tour-Veranstalter ASO wohl gerne im Juli beim größten Radrennen der Welt dabei haben will. Aber die Tour und Kluge - das ist frühestens 2013 wieder ein Thema. Nach Olympia hat der Lausitzer die Vuelta im September als einzige dreiwöchige Rundfahrt im Auge.

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