Profi-Radsport

110. Paris-Roubaix

Degenkolb "voll im Klassikermodus"

Foto vergrößern06.04.2012 - Paris/München (SID/rsn) - Die "Hölle des Nordens" macht John Degenkolb keine Angst. Wenn am Ostersonntag bei der 110. Auflage von Paris-Roubaix der spektakuläre Ritt über 27 Kopfsteinpflaster-Passagen ansteht, will der 23 Jahre alte Erfurter den Top-Favoriten möglichst lange die Stirn bieten. „Für mich heißt es, hopp oder top. Alles oder Nichts. Ich bin voll im Klassikermodus", schrieb Degenkolb auf seiner Webseite.

Bei der 257,5 km langen "Königin der Klassiker" im Norden Frankreichs gilt nach dem vierfachen Schlüsselbeinbruch des Schweizers Fabian Cancellara (RadioShack-Nissan) der Belgier Tom Boonen (Omega Pharma-QuickStep) als größter Sieg-Aspirant. Boonen, der bereits 2005, 2008 und 2009 im Vélodrome von Roubaix als Erster über den Zielstrich rollte, könnte mit einem weiteren Triumph zu Rekordgewinner Roger De Vlaeminck (Belgien) aufschließen.

Der 31-Jährige ist bislang der Dominator der Klassikersaison und triumphierte am vergangenen Wochenende zum dritten Mal bei der Flandern-Rundfahrt. Auch bei paris-Roubaix wird der Sieg nur über Boonen gehen. „Ich habe viel Erfahrung mit dem Kurs und möchte um den Sieg mitkämpfen. Es wird aber ein bisschen davon abhängen, wie ich mich erhole. Es gibt eine Menge Anwärter", sagte er. Neben dem belgischen Superstar haben auch die Italiener Filippo Pozzato (Farnese Vini) und Alessandro Ballan (BMC) gute Chancen. Beide hat Boonen bei der „Ronde“ hinter sich lassen können.

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Degenkolb wird indes versuchen, sein insgesamt sehr gutes Frühjahr mit einem weiteren Achtungserfolg abzuschließen. „Ich freue mich auf Roubaix. Das wird wieder ein richtiger Knaller. Danach steht eine kleine Pause an.“ Mit Rang fünf bei Mailand-San Remo und weiteren bemerkenswerten Auftritten hat der Profi vom niederländischen Team Argos-Shimano bewiesen, dass er in den kommenden Jahren in die Weltspitze vorstoßen könnte.

Das deutsche Team NetApp steht nach 2011 zum zweiten Mal am Start in Compiègne nahe Paris. Nach dem Auftritt in Flandern am vergangenen Sonntag möchte die Equipe von Manager Ralph Denk erneut eine couragierte Leistung zeigen. „Im letzten Jahr haben wir uns darauf konzentriert, uns zu Beginn des Rennens in Gruppen zu präsentieren. In diesem Jahr wollen wir uns noch steigern und möglichst weit vorn platzieren“, so der Sportliche Leiter Enrico Poitschke, der vor allem auf Timon Seubert – im vergangenen Jahr in der Gruppe des Tages dabei - und Neuzugang Markus Eichler setzt.

Erst ein Deutscher hat sich bislang in den Annalen des seit 1896 ausgetragenen Rennens als Sieger verewigen können. Der 1953 verstorbene Josef Fischer gewann die Roubaix-Premiere im Jahr der ersten Olympischen Spiele der Moderne.

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