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"Man muss sich für Erfolg im Radsport nicht schämen."
(Deutschland Tour-Gewinner Linus Gerdemann)
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20.04.2001 -
Berlin/Geraardsbergen (dpa) - In Frankfurt am Main werden am 1. Mai die Weichen für Jan Ullrich gestellt. Nach dem Rennen «Rund um den Henninger Turm» wird offiziell bekannt gegeben, ob der Olympiasieger beim Giro d`Italia startet - woran eigentlich niemand mehr zweifelt - oder doch wieder der Deutschland-Tour den Vorzug gibt.
Außerdem soll Ullrich in Frankfurt zum erstenmal in dieser Saison ansteigende Form zeigen, bloße Anwesenheit im Rennen wie bisher und jetzt auch in Italien bei der «Lombardischen Woche« genügen 68 Tage vor der Tour de France nicht mehr. «Am 1. Mai soll er schon richtig fahren und die Mannschaft unterstützen, am besten so wie vor zwei Jahren, als Erik Zabel mit seiner Hilfe gewann», wünscht sich Telekom-Teamchef Rudy Pevenage.
Ullrichs erste öffentlichen Auftritte in Köln und Italien nach 14-tägigem Trainingslager im heimischen Schwarzwald und Umgebung haben schon wieder Weightwatcher auf den Plan gerufen. Die «Gazzetta dello Sport» rechnete vor: «Mindestens fünf Kilo zu viel.» Pevenage differenziert: «Jan hat nicht zugenommen - er hat nicht abgenommen.» Trotzdem reichte es bisher in der Lombardei, um auf den ersten Etappen mit den einheimischen Giro-Siegern Marco Pantani, Ivan Gotti und Stefano Garzelli Kopf an Kopf ins Ziel zu rollen.
Auf die Nadel der Personenwaage achten weder die Telekom-Führungsetage noch Ullrich selber in besonderem Maß. Lange genug ist bekannt, dass gewisse Gewichtsprobleme im Frühjahr zu dem 27-Jährigen gehören wie sein Talent. Deshalb bleibt auch Pevenage, engster Vertrauter des Toursiegers von 1997, ganz cool. Zumal andere Anzeichen - zum Beispiel blieb er von Infekten oder Stürzen bisher verschont - Ullrichs Umgebung zuversichtlich stimmen.
«Schön, er könnte jetzt zwei, drei Kilo weniger wiegen. Aber entscheidend ist, dass seine Motivation stimmt. Er will richtig und ist optimistisch in Bezug auf die Tour, und das bin ich auch», sagte Pevenage, der ab 1. Mai nicht mehr von der Seite Ullrichs bis zum Tourstart am 7. Juli in Dünkirchen weichen wird. «Es sieht bei ihm zurzeit viel besser als im Vorjahr aus. Zum gleichen Zeitpunkt 2000 war es schwierig, da hatte er mit Selbstzweifeln zu kämpfen», so Pevenage, der in der kommenden Woche mit Ullrich letzte Details der Mai-Vorbereitung festlegen will.
Der Krafteinsatz beim Giro (19.-10. Juni) muss genau austariert werden, nicht zu viel und nicht zu wenig. Wahrscheinlich ist das Rezept seiner Olympia-Vorbereitung das richtige. Vor Gold und Silber in Sydney (jeweils vor seinem Tour-Bezwinger Lance Armstrong) stieg Ullrich im zweiten Drittel der Spanien-Rundfahrt aus. Die Tour hat wieder höchste Priorität und vielleicht kann sich der Telekom-Kapitän ein Beispiel an Greg LeMond (USA) nehmen, der vor elf Jahren beim Giro ziemlich rund um die Hüften nur hinterher gefahren ist und im Anschluss trotzdem die Tour de France gewann.
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