Radsport-Newsflash
Martens: „Wir werden voll auf Angriff fahren" [weiter]
Aktuelle Nachrichten
Live-Ticker
Ergebnisse
Teams
Fahrer
TV-Termine
Giro d'Italia 2013
Tour de France 2013
Vuelta a España 2013
Archiv
Links
Lexikon
Mobil / WAP / PDA
Homepage-News
RSS-Feed
Radsport-Aktiv.de
Radsport-News.com
Mediadaten
Produktinformationen
Datenschutz
Kontakt / Impressum
02.07.2012 - Lüttich (dpa/rsn) - André Greipel hofft auf den großen Lotto-Gewinn, Mark Cavendish will wie im vergangenen Jahr wieder den Tour-Himmel stürmen, und Tour-Debütant Marcel Kittel fordert die arrivierten Stars heraus: Heute beginnen bei der Tour de France die Festtage der Sprinter, die sich bis Freitag vier Mal in Szene setzen können.
Der 29 Jahre alte Greipel, in dieser Saison schon 13 Mal erfolgreich, will Weltmeister Cavendish vom Tour-Thron stoßen. Der 24 Jahre alte Kittel tritt mit dem Selbstvertrauen an, die beiden besten Sprinter der Welt gerade erst bei der niederländischen ZLM-Toer besiegt zu haben. „Es wird sehr spannend“, versprach Erik Zabel, mit sechs Grünen Trikots immer noch Rekordhalter in der Punktewertung der Tour de France und als Sportlicher Leiter von Katusha in Frankreich dabei.
Der 27 Jahre alte Cavendish, der im Vorjahr fünf Etappensiege verbuchte, das Grüne Trikot holte und für seine große Klappe bekannt ist, gab sich zum Tour-Auftakt ungewöhnlich zurückhaltend. „Greipel und Kittel haben extra auf sie ausgerichtete Teams. Bei uns dreht sich alles um das Gelbe Trikot für Bradley Wiggins“, sagte der Sky-Sprinter, der mit dem Norweger Edvald Boasson Hagen und dem Österreicher Bernhard Eisel aber zwei erstklassige Helfer ans einer Seite hat. Zum Tour-Auftakt hielt sich Cavendish mit lockeren Sprüchen übrigens zurück: Stattdessen schmuste er in Lüttich zwischen den Mannschaftswagen mit seinem Baby und schien auch ohne Siegestrubel ganz glücklich.
„Am besten schon Montag, antwortete Kittel mit strahlendem Lächeln auf die Frage, wann er zum ersten Mal zuschlagen will. Deshalb schonte sich sein Argos-Shimano-Team am Sonntag und versteckte sich erfolgreich im Feld. Kräfte sparen, kein Risiko eingehen, so lautete die Devise, wie Johannes Fröhlinger erklärte: „Heute war unser Ziel nur, gut durchzukommen - und das hat geklappt“, erklärte der 27 Jahre alte Freiburger. „Viele andere Mannschaften wollten einen Fahrer in die Spitzengruppe bekommen, um das Bergtrikot zu erobern, aber wir wollten das nicht. Wir wollten unsere Körner für den Montag sparen.“
Dagegen zeigte sich Lotto Belisol beim Zwischensprint in der Schlussphase an der Spitze des Feldes und bolzte durch die Straßen von Lüttich mächtig Tempo, Greipel inklusive. „Im Zwischensprint lief nicht alles zu 100 Prozent, aber im Finale haben wir gezeigt, dass wir als Team funktionieren“, so der 29-Jährige zum Lotto-Testlauf. Greipel hat den großen Vorteil, dass er auf den wahrscheinlich besten Sprinterzug im Peloton vertrauen kann. Marcel Sieberg, Jürgen Roelandts und Greg Henderson sollen ihn in die beste Position fahren und so lange wie möglich Windschatten bieten.
„Ich bin in einer Top-Verfassung, habe eine starke Mannschaft und will einen Etappensieg. Ich freue mich auf die 2. Etappe“, so Greipel selbstbewusst. „Mein Sprintzug kann den Unterscheid ausmachen, denn durch ihn kann ich Kraft sparen und mir eine gute Position sichern. Der erste Massensprint bei einer Tour ist immer nervös und es gibt etwa acht Fahrer, die um den Sieg fahren können“, prognostizierte der Rostocker mit Wohnsitz in der Schweiz. Zu den schärfsten Konkurrenten zählt er neben Cavendish und Kittel den italienischen Altmeister Alessandro Petacchi (Lampre-ISD) sowie die Australier Matthew Goss (Orica-GreenEdge) und Mark Renshaw (Rabobank), Cavendishs ehemaligen Anfahrer.
Die alten Differenzen mit dem 27 Jahre alte Briten seien im Übrigen überwunden und ohnehin übertrieben gewesen. „Wir respektieren uns, sagen Hallo und Tschüss. Das wurde doch von den Medien hochgepeitscht“, meinte Greipel, der sich bei dem Tour-Debüt 2011 seinen ersten Etappensieg holte und dabei Cavendish bezwang. Vor Kittel hat Greipel Hochachtung, gab aber zu bedenken: „Das ist seine erste Tour. Da wird die Nervosität schon eine Rolle spielen. Das wird anders als jedes andere Rennen.“
Rolf Aldag, im Vorjahr noch Cavendishs Teamchef, macht seinen Landsleuten Mut für Montag. „Cavendish hat - schon im Hinblick auf sein großes Ziel London - abgenommen. Ihm passen ja die Hosen kaum noch. Das bedeutet auch Kraftverlust. Außerdem hat er traditionell in der ersten Sprintetappe der Tour nie besonders gut ausgesehen“, erklärte der ehemalige T-Mobile-Profi.