Winfrey: „Die Wahrheit wird sie befreien“

Armstrong: Lieber Gefängnis als „Todesstrafe"?


Packt Lance Armstrong aus? | Foto: ROTH

19.01.2013  |  (rsn) - Im zweiten Teil seines TV-Interviews mit Oprah Winfrey ließ Lance Armstrong durchblicken, worum es ihm wohl - unter anderem - in der groß inszenierten Beichte geht. Der US-Amerikaner will zurück in den Sport, der ihm so viel Aufmerksamkeit widmete. „Ich bin Wettkämpfer. Ich möchte nicht mehr die Tour fahren. Ich glaube aber, ich würde es verdienen (wieder Wettkämpfe bestreiten zu dürfen, d. Red.)!“, erklärte er.

Wehleidig zählte der Texaner auf, dass er keinen Marathon mehr laufen, keinen Triathlon mehr bestreiten dürfe. Armstrong will die lebenslange Sperre verkürzt bekommen. „Was haben andere Sportler erhalten?", fragte der US-Amerikaner und spielte damit auf Marion Jones an. Der frühere Leichtathletik-Star musste wegen zweimaligen Meineides 2008 für sechs Monate ins Gefängnis. „Ich erhalte die Todesstrafe und sie bekommen sechs Monate. Ich sage nicht, das ist unfair, aber es ist anders." Ob er Gefängnis, dass ihm ohnehin noch drohen kann, der Sport-Sperre wirklich vorzieht?

Kaum glaubhaft erscheint auch, dass der ehemalige Beherrscher der Tour de France wirklich alles bereut und sich wirklich bei allen entschuldigen wird - auch wenn er sagte: „Ich schulde ganz vielen Leuten eine Entschuldigung. Ich werde die Zeit dazu aufbringen, die es braucht, mich zu entschuldigen.“ Dabei nannte er auch Namen wie Tyler Hamilton und Greg LeMond, die maßgeblich an seiner Überführung als Doper mitgewirkt hatten und die er früher massiv angegangen war. Armstrong: "Ich fühle mich auch demütigt und erniedrigt. Ich schäme mich.“

Der ehemalige siebenfache Toursieger unterstrich, dass er nach seinem Comeback 2009 nicht mehr gedopt haben will. Das sei eine der Bedingungen seiner Ex-Frau Kristin gewesen. Armstrong: „Ich habe ihr mein Wort gegeben.“ Gleichzeitig entzieht er sich mit der Behauptung jeder strafrechtlichen Konsequenz, denn mögliche Vergehen nach 2009 sind im Gegensatz zu allen anderen davor noch nicht verjährt.

Als es um seine Kinder ging, wurde der so hartgesottene Armstrong gefühlvoll. So habe er seinem Sohn gesagt: „Ich möchte, dass du weißt, dass alles stimmt. Hör auf, mich zu verteidigen.“  Der Junge habe es sehr reif und ruhig aufgenommen und geantwortet: „Ich liebe dich, du bist mein Vater.“

Auch die Frage, ob Doping eventuell den Hodenkrebs ausgelöst haben könnte, stellte Opera Winfrey. Armstrong: „Ich glaube das nicht. Aber ich bin kein Mediziner.“

Die Beichte habe ihn zu einem besseren Menschen gemacht, behauptete Armstrong: „Aber von diesem Weg darf ich nie wieder abkommen. Und das habe nur ich alleine im Griff. Ich kann heute keine Versprechen machen. Ich könnte immer wieder abgleiten. Das ist die größte Herausforderung meines Lebens.“

Am Schluss meinte Winfrey: „Die Wahrheit wird sie befreien.“

Aber wohl nur die ganze Wahrheit!

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