Profi-Radsport

Dekker siegt vor Armstrong beim Amstel Gold Race

28.04.2001 -

Maastricht (dpa) - Radprofi Erik Zabel hat kaum noch Chancen, seinen Weltcupsieg des Vorjahres in dieser Saison zu verteidigen. Auch vor der Weltcup-Halbzeit blieb der Telekom-Kapitän ausgerechnet beim 36. Amstel Gold Race, das der Favorit Erik Dekker (Niederlande) vor Lance Armstrong (USA) nach 258,4 km gewann, ohne Punkte in der Jahreswertung.

Der vierfache Gewinner von Mailand-San Remo aus Unna, im Vorjahr Sieger in Maastricht, stieg am Samstag wie Steffen Wesemann (Wolmirstedt) vorzeitig aus. Nach fünf von zehn Weltcup- Rennen fiel Zabel, der vorher weder in Roubaix noch bei der Flandern- Rundfahrt gepunktet hatte, zurück.

Eine Topleistung über die 29 Anstiege zeigte der zweifache Toursieger Armstrong, der auch 1999 Zweiter geworden war. Der Texaner, der sich 26 km vor dem Ziel allein an die Spitze gesetzt hatte und kurz danach von Dekker Gesellschaft erhielt, bewies bei seiner diesjährigen Weltcup-Premiere, dass er im Moment in seinem Formaufbau für die Tour de France schon wesentlich weiter als Jan Ullrich (Merdingen) ist, der nicht am Start war. Der Toursieger von 1997 startet am nun bei der Berner Rundfahrt. Zwei Tage später fährt Ullrich in Frankfurt bei «Rund um den Henniger Turm». Dekker und Armstrong retteten sich wenige Sekunden vor den ersten Verfolgern ins Ziel.

Das Amstel Gold Race stand für das Team Telekom unter einem schlechten Stern. Der in Flandern und Roubaix so großartig kämpfende Wesemann musste wegen Knieproblemen schon früh aufgeben. Auch Zabel ging wie zuletzt in der Weltcup-Wertung wieder leer aus. Zabel war nach einem Defekt aus dem Hauptfeld zurückgefallen. Auf schmalen Straßen mussten der Berliner und sein Teamkollege Andreas Klier (München) lange auf den Materialwagen warten.

Zabel verlor mehrere Minuten und hatte keine Chance mehr, wieder nach vorne zu stoßen. Deshalb stieg er auch im Hinblick auf das Frankfurter Rennen am Dienstag, das er 1999 gewann, vom Rad. «Die Panne passierte an der Schlüsselstelle des Rennens. Ich musste lange auf ein Ersatzrad warten. Es hatte keinen Zweck mehr, weiter zu fahren. Ich bin sehr enttäuscht», sagte Zabel.

Lange hatte am Samstag eine 13-köpfige Ausreißergruppe, die sich nach 100 km bildete, das Rennen bestimmt. In ihr fuhren unter anderen der Armstrong-Helfer und Gent-Wevelgem-Sieger George Hincapie (USA), der ehemalige Weltcup-Gewinner Andrej Tschmil (Belgien) und Matthias Kessler (Nürnberg) aus dem Telekom-Team. Einige Fahrer aus dem Kreis der ersten «Flüchtlinge» hatten genug Luft, auch im Finale noch ein Wörtchen mitzureden.

Der letzte Frühjahrs-Klassiker hatte im Dauerregen wegen der Maul- und Klauenseuche unter großen Sicherheitsmaßnahmen begonnen. Sämtliche Begleitfahrzeuge mussten vor dem Start durch eine Desinfektions-Waschanlage. Die Reifen der Rennmaschinen wurden abgespritzt und die 190 Profis mussten zusätzlich durch eine neutralisierte Zone über einen keimabtötenden Spezial-Belag radeln. Am 13. April war eine Streckenänderung beschlossen worden, die das letzte Viertel des Rennens durch Limburg betraf.