LIVE Ticker
96. Giro d'Italia [weiter]
Aktuelle Nachrichten
Live-Ticker
Ergebnisse
Teams
Fahrer
TV-Termine
Giro d'Italia 2013
Tour de France 2013
Vuelta a España 2013
Archiv
Links
Lexikon
Mobil / WAP / PDA
Homepage-News
RSS-Feed
Radsport-Aktiv.de
Radsport-News.com
Mediadaten
Produktinformationen
Datenschutz
Kontakt / Impressum
28.02.2013 - Berlin (dpa/rsn) - Rudolf Scharping tritt den Rückzug an, steht Sylvia Schenk vor der Rückkehr? Nachdem Scharping auf einer Präsidiumssitzung des Bundes deutscher Radfahrer BDR angekündigt hatte, nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidieren zu wollen, erklärte die streitbare Juristin Schenk der Nachrichtenagentur dpa: „Ich kann mir alles vorstellen“ und gab auch schon eine kleine „Regierungserklärung“ ab. In Gesprächen in einigen der 17 Landesverbände hat sie offenbar die Stimmung schon eruiert.
„Im Radsport muss endlich eine klare Linie gegen Doping gefahren werden. Das muss vor allem offensiv nach außen vertreten werden. Alle Sparten des Radsports werden in diesen Sog gezogen, dabei stellt der Straßenradsport sicher das Hauptproblem dar“, erklärte die ehemalige Leichtathletin, die den Radsportweltverband UCI im Zuge der Doping-Affäre Lance Armstrong scharf kritisiert und indirekt den Rücktritt des Vorsitzenden Pat McQuaid und des Ehrenpräsidenten Hein Verbruggen gefordert hatte.
Mit Verbruggen und McQuaid, denen Korruption vorgeworfen wird, war Schenk schon in ihrer Zeit als BDR-Präsidentin zwischen 2001 und 2004 und danach aneinandergeraten. Verbruggen hatte sie wegen ihrer offenen Worte zum Dopingproblem und ihrer Forderung nach mehr Transparenz schon mal mit den Worten „Das hier ist eine Welt der Männer, und Sie sind eine Frau, also müssen Sie sich anpassen“ bedacht. Im Moment sitzt die 60-Jährige im Vorstand der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International.
Scharping möchte auf der Bundeshauptversammlung nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren, wie der ehemalige Verteidigungsminister und SPD-Vorsitzende am Mittwochabend mitteilte. „Angesichts meiner geschäftlichen Belastungen und der jetzigen Umstände der Arbeit im Präsidium des BDR habe ich dem Präsidium mitgeteilt, dass ich im März nicht erneut für das Amt des Präsidenten kandidiere“, sagte der 65-Jährige nach einer Vorstandssitzung in Frankfurt. Intern gilt Bundesjugendwart Toni Kirsch (Bergheim) im Präsidium als stärkster Widersachers Scharpings. Ende Januar beim Berliner Sechstagerennen hatte Scharping noch signalisiert erneut anzutreten, „wenn meine Mannschaft steht“.
Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat, der inzwischen als Firmenberater unter anderem viel in China aktiv ist, steht seit März 2005 an der Spitze des BDR. Er hatte Schenk abgelöst, nachdem sie sich mit dem ehemaligen Sportdirektor und Scharping-Intimus Burkhard Bremer wegen der Anti-Doping-Politik überworfen hatte. Nicht nur in den Landesverbänden wuchs zuletzt die Kritik an Scharping, der für Alleingänge bekannt ist und sich oft als über den Dingen schwebend betrachtete. Das hatte zuletzt auch massive Kritik einiger Aktiver bei den Olympischen Spielen in London hervorgerufen.
Zuletzt war der BDR nach den zahlreichen Doping-Enthüllungen im internationalen Radsport in die Kritik geraten, sich nicht entschiedener zu positionieren. Der Luxemburger Radsport-Präsident Jean Regenwetter hatte bei der vergangenen Straßen-WM in Valkenburg/Niederlande Scharpings Desinteresse an Verbandsarbeit beklagt. Der sei ja bei den UCI-Präsidiumssitzungen „nie da“, sagte Regenwetter über den Verbands-Chef.
Bei der letzten Vorstandswahl 2009 in Leipzig war die Opposition mit ihrem Präsidentschafts-Kandidaten Dieter Berkmann gescheitert. Einer erneuten Kampfabstimmung - eventuell gegen Schenk - würde sich Scharping aber wohl auf keinen Fall stellen.