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29.04.2001 -
Hameln (dpa) - Grischa Niermann hat bewiesen, dass seine gute Platzierung bei der letztjährigen Tour de France keine Eintagsfliege war. Der Radprofi aus Hannover gewann die Niedersachsen- Rundfahrt. Nach der letzten Etappe von Bückeburg nach Hameln über 137,8 Kilometer kam der 25-Jährige mit dem Feld als 25. ins Ziel.
Damit verhinderte Niermann den Hattrick von Torsten Schmidt (Schwelm), der in den vergangenen beiden Jahren gewonnen hatte. Schmidt belegte Platz zwei vor dem Österreicher Matthias Buxhofer.
Bei der Frankreich-Rundfahrt 2000 war Niermann hinter Jan Ullrich zweitbester Deutscher, stand er ganz oben auf dem Podest. «Ich bin überglücklich», sagte der strahlende Sieger, «das ist mein erster Sieg nach anderthalb Jahren.» Niermann war nach dem 24. Platz in Frankreich nicht wieder in Form gekommen. Um so überraschender war der Sieg für ihn selber: «Nach dem Tief im Frühjahr habe ich schon an mir selber gezweifelt.»
Als Niermann 1998 Dritter wurde, «da waren die anderen große Helden für mich». Jetzt entwickelt er sich selber zu einem. Niermann ist ein Spezialist für Rundfahrten, der seine Stärke im Zeitfahren am ersten Tag mit einem zweiten Platz bewies. Bei der Königsetappe durch den Harz hatte er das «Gelbe Trikot» übernommen, das er dank einer starken Mannschaft souverän bis ins Ziel verteidigte.
Auf der letzten Etappe hatte eine Ausreißergruppe einen Vorsprung von 2:30 Minuten herausgearbeitet. Dabei war auch der Tscheche Lubor Tesar, der in Bückeburg nur 1:48 Minuten Rückstand aufwies. Doch das Rabobank-Team führte den Teamkapitän wieder heran. Rund 20 Kilometer vor dem Ziel hatten Niermann mit seinen Kollegen das Peloton wieder eingeholt. «Unser junges Team ist über sich hinausgewachsen», lobte Niermann die Rabobank-Mannschaft.
Auch der Zweite war mit seinem Platz zufrieden. «Das ist keine Niederlage für mich», sagte Schmidt, «der zweite Platz ist auch okay.» Eine Erklärung für Niermanns Sieg hatte der Sieger der letzten beiden Jahre auch parat: «Die Strecke war zu leicht, Rabobank war zu stark.»
Die letzte Etappe gewann der Weißrusse Alexandre Usov vor Arvis Piziks (Litauen) und Malte Urban (Herford). Usov fuhr damit den zweiten Tagessieg ein. Das «Grüne Trikot» des besten Sprinters gewann allerdings der Niederländer Bram de Groot, der mit Niermann für Rabobank fährt. In der Bergwertung setzte sich der Spanier Pedro Horillo Munoz durch. Als bester Nachwuchsfahrer erwies sich Patrick Sinkewitz aus Fulda, der wie Munoz für Mapei fährt.
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