5.Oman-Rundfahrt: Howard neuer Spitzenreiter

Kristoff triumphiert im Cavendish-Stil

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Alexander Kristoff (Katusha) hat seinem Team bei der Oman-Rundfahrt den ersten Saisonsieg beschert. | Foto: Cor Vos

19.02.2014  |  (rsn) – Nachdem der Saisonstart in Katar noch schief gegangen war, hat Alexander Kristoff (Katusha) am zweiten Tag der Oman-Rundfahrt erstmals in diesem Jahr zugeschlagen.

Der Norweger gewann am Mittwoch die 2. Etappe über 139 Kilometer von Al Bustan nach Quriyat im Sprint vor dem Australier Leigh Howard (Orica-GreenEdge), der mit seinem zweiten Platz in Folge André Greipel (Lotto Belisol) von der Spitze der Gesamtwertung verdrängte.

Der Deutsche Meister spielte nach seinem souveränen Auftaktsieg diesmal keine Rolle, bester deutscher Fahrer war stattdessen der Markkleeberger Robert Förster (UnitedHealthcare), der sich hinter dem Belgier Tom Boonen (Omega Pharma-Quick Step) den vierten Platz und damit sein bestes Saisonergebnis sicherte. Marcus Burghardt (BMC) wurde Achter.

„Das ist ein guter Sieg. Hier sind viele schnelle Jungs am Start und dass ich sie geschlagen habe bedeutet, dass ich auch andere große Rennen gewinnen kann“, sagte Kristoff im Ziel zu cyclingnews.com. Bei der Katar-Rundfahrt war der 26-Jährige noch im Pech gewesen und hatte sich bei einem Sturz verletzt. Diesmal passte alles zusammen und der Katusha-Kapitän setzte sich bei Gegenwind mit deutlichem Vorsprung durch.

„Ich habe gesehen, dass es etwas hektisch war, weil bei dem Gegenwind jeder an ein Hinterrad wollte. Also habe ich beschlossen nach vorne zu fahren, dort zu bleiben und zu versuchen,da s beste draus zu machen“, sagte Kristoff, der schon 500 Meter vor dem Ziel seinen Sprint anzog.

Dagegen musste sich Greipel mit Rang 25 begnügen. „Die Jungs haben ihr Bestes gegeben an einem Tag, an dem mein Kopf nicht im Wettkampfmodus war“, twitterte der 31-Jährige nach der Etappe und spielte damit wohl auf den schrecklichen Unfall von Kristof Goddaert an.

Vor dem Start hatte das Peloton des gestern bei einem Trainingsunfall auf tragische Weise ums Leben gekommenen Belgiers gedacht. Seine IAM-Teamkollegen trugen schwarze Armbänder als Zeichen der Trauer, werden aber das Rennen fortsetzen.

Wie bereits am Vortag bildete sich die Gruppe des Tages praktisch mit dem scharfen Start. Und wie beim Auftakt war auch Preben van Hecke (Topsport Vlaanderen) mit von der Partie. Den Belgier begleiteten der Italiener Paolo Colonna (Bardiani CSF) und der Slowene Aldo Ino Ilesic aus Försters UnitedHealthcare-Team.

Nach rund 13 Kilometern versuchte der Franzose Sébastian Hinault (IAM) aus dem Feld heraus zu dem Trio aufzuschließen, das zu diesem Zeitpunkt aber schon knapp drei Minuten Vorsprung hatte – zuviel für den 40-jährigen Franzosen, der bald darauf wieder im Peloton verschwand.

Das gestand der kleinen Spitzengruppe immerhin 7:45 an Maximalvorsprung zu, bevor die Sprinterteams zur Verfolgungsjagd bliesen. Ilesic war der erste, der auf der welligen Etappe ohne kategorisierte Anstiege gestellt wurde, und zwar bereits 22 Kilometer vor dem Ziel. Rund zwölf Kilometer später war es auch um van Hecke und Colonna geschehen.

Danach kamen wieder die Sprinter zum Zug. Kristoff trat auf der Zielgeraden trotz des Gegenwindes schon früh an und konnte in kompakter, an Mark Cavendish erinnernder Position mit deutlichem Vorsprung die Ziellinie überqueren.

„Ich habe viel an meiner aerodynamischen Sprinthaltung gearbeitet“, erklärte der Skandinavier sein Erfolgsgeheimnis an diesem Tag. „Aber man muss auch die nötige Kraft auf die Straße bringen, was ein schwieriger Kompromiss ist. Diesmal hat es perfekt geklappt.“

Das sah Kristoffs Sportlicher Leiter ganz ähnlich. „Wir sind alle happy. Es ist unser erster Saisonsieg, er kam früh und das ist immer gut“, sagte Torsten Schmidt, der sich auch über die Leistung von Rüdiger Selig freuen konnte. Der Berliner belegte an seinem 25. Geburtstag als Kristoffs Anfahrer den 13. Platz.

„Die Stimmung im Team ist großartig und dieser Sieg wird uns noch mehr Motivation für die nächsten Etappen geben, auf denen wir auch Ambitionen haben“, sagte der 41-Jährige mit Blick auf die bergigen Abschnitte. Dann soll allerdidngs nicht der Sprinter Kristoff, sondern der Kletterspezialist Joaquim Rodriguez zum Zug kommen.

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