Erfurter nach Tour-Auftakt wieder in Gelb

Kittel: „Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe"

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Marcel Kittel (Giant-Shimano) im Gelben Trikot der Tour de France 2014 | Foto: Cor Vos

06.07.2014  |  Sheffield (dpa) - Zu einem Siegerküsschen von Herzogin Kate reichte es dann doch nicht. Aber auch so hatte sich die Rückkehr von Marcel Kittel auf das große Podium der Tour de France vollauf gelohnt.

Derart königlich das Gelbe Trikot übergestreift zu bekommen, war auch für den Erfurter nach der Auftaktetappe der 101. Frankreich-Rundfahrt in Harrogate eine ganz neue Erfahrung. „Mit Kate auf dem Podium zu stehen war das gewisse Extra“, berichtete Kittel von der Begegnung mit der ganz in grün gekleideten Herzogin sowie den Prinzen William und Harry. Der Smalltalk bleibt „streng geheim“, aber eines verriet Kittel dann doch: „Das sind ganz angenehme Leute, superlocker. Ich bin froh, dass ich das erleben durfte.“

Während sein gestürzter Rivale Mark Cavendish (Omega Pharma-Quick Step) mit einer Schulterverletzung auf dem Weg ins Krankenhaus war und am Sonntag ausstieg, kostete der 26-Jährige seinen großen Auftritt beim stimmungsvollen England-Gastspiel der Tour voll aus. Wie im Vorjahr auf Korsika holte sich Kittel mit seinem Auftaktsieg gleich das begehrte Maillot Jaune. „Ich wusste ja, wie es sich anfühlt. Das Gelbe Trikot aber das zweite Mal zu bekommen, ist noch schöner als beim ersten Mal“, ergänzte der Sprinter, der bei der Tour 2013 vier Etappen gewonnen hatte und zum neuen Sprintkönig aufgestiegen war.

So war der Champagner-Umtrunk mit seinen Teamkollegen im Mannschaftshotel Weetwood Hall schon obligatorisch, zur schweren Etappe am Sonntag trat der Thüringer mit einer extra in gelb-schwarz lackierten Rennmaschine an - seiner „neuen Prinzessin“, wie Kittel twitterte.

Bei seiner fünften großen Rundfahrt (Tour, Giro, Vuelta) hat er nun schon acht Tagessiege eingefahren, und das dürfte noch lange nicht das Ende gewesen sein. Denn der große Rivale Cavendish ist am Sonntag ausgestiegen. Bänderrisse in der Schulter und eine Verrenkung im Schultereckgelenk hatte sich der 29-Jährige bei seinem Crash zugezogen. Am Samstag hätte aber wohl auch ein sturzfreier Cavendish den deutschen Überflieger nicht aufhalten können. Schärfster Konkurrent dürfte nun sein Landsmann André Greipel (Lotto Belisol) sein, der durch den Sturz von Cavendish im Finale chancenlos war. Vom Französischen Meister Arnaud Demaré (FDJ.fr) war ebenso nichts zu sehen wie vom Italiener Sacha Modolo (Lampre-Merida). Alexander Kristoff (Katusha) wurde immerhin Siebter, hatte aber Kittels fulminanten Auftritt ebenfalls nichts entgegenzusetzen.

„Und am Ende ist es wieder der Deutsche, der gewinnt“, titelte das Tour-Organ L`Equipe am Sonntag auch mit Blick auf den deutschen Viertelfinalsieg bei der Fußball-WM gegen Frankreich treffend. Es werden bereits Hochrechnungen angestellt, was für Kittel alles noch möglich ist. Mit Greipel hat er nach Tagessiegen gleich gezogen. Macht Kittel mit der Schlagzahl weiter, ist die deutsche Bestmarke von Erik Zabel mit zwölf Erfolgen irgendwann fällig.

Aktuell ist die für den Mann im Gelben Trikot kein Thema. „Ziel war ein Etappensieg. Der Rest ist Zugabe“, sagte Kittel, dem sich bei der 101. Tour wohl noch mindestens ein halbes Dutzend Chancen bieten.

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