Profi-Radsport

Poitschke fuhr bei Friedensfahrt ins Gelbe Trikot

16.05.2001 -

Plzen (dpa) - Die längste Etappe der diesjährigen Friedensfahrt hat eine überraschende Wende gebracht. Der 31-jährige Geraer Enrico Poitschke vom drittklassigen Team Wiesenhof aus Leipzig hat die Führung bei der 54. Internationalen Friedensfahrt erobert und alle Favoriten genarrt.

Auf dem Tagesabschnitt von Zdar nad Zazacvou nach Pilsen über 234,5 km erreichte der Thüringer mit einer fünfköpfigen Spitze als Vierter das Tagesziel und nahm damit Spitzenreiter Uwe Peschel (Berlin) das Führungstrikot ab. Peschel erreichte das Ziel mit dem Hauptfeld mit einem Rückstand von 4:47 Minuten.

Den Tagessieg erkämpfte sich der Berliner Christian Lademann vom Team Agro Adler, der unterwegs viel für den Vorsprung der Ausreißer getan hat. Nach knapp 150 km hatte die Fünfer-Gruppe, zu der außerdem der Niederländer Paul van Schalen vom Team Cologne, der Kandier Michael Barry und der Pole Marcin Sapa gehörten, die Flucht ergriffen und bis zu acht Minuten Vorsprung errungen. «Eigentlich wollten wir heute etwas für einen Trikot-Gewinn tun. Andre Schulze sollte das Grüne Trikot des besten Sprinters erkämpfen, an das Gelbe Trikot war nie und nimmer zu denken», erklärte der Leipziger Trainer Michael Schiffner, der nun mit Schulze (Grün) und Poitschke (Gelb) gleich zwei Führungs-Trikots im Team hat.

Ähnlich groß war die Freude beim Tagessieger, der ebenfalls aus einer Mannschaft mit ganz geringem Budget kommt. «Ich habe um meine Chance im Endspurt gewusst und deshalb alle Spurts bei den Wertungen unterwegs ausgelassen. Das hat sich ausgezahlt», freute sich Lademann, der 1999 mit dem deutschen Bahnvierer Weltmeister war.

Die längste Etappe der Fahrt in die Bierstadt Pilsen war keineswegs der erwartet «Ruhetag» vor dem schweren Berg-Abschnitt am Donnerstag. Ständige Angriffe machten das Rennen auf dem welligen Terrain schwer, allerdings hatten die Vorstöße meist wenig Bestand. Zudem musste in etlichen Passagen der Strecke mehr auf den nicht gesicherten Gegenverkehr als auf die Konkurrenz geachtet werden.

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