Profi-Radsport

Giro: 180 Blutkontrollen vor dem Start

18.05.2001 - Pescara (dpa) - Vor dem Prolog des 84. Giro d`Italia müssen sich alle 180 Starter in Pescara der obligatorischen Blutkontrolle stellen. Sollten abweichende Werte der Eintragungen in den Gesundheitspässen der Fahrer festgestellt werden, folgen Urin-Tests nach der neuen französischen Methode zum EPO-Nachweis.

Das vom Radsport-Weltverband UCI am 1. April eingeführte Analyse-Verfahren kann den Einsatz des Hormons Erythropoietin (EPO) zu Doping-Zwecken nachweisen. Die Urin-Tests werden im IOC-Labor in Lausanne vorgenommen werden.

Hämatokrit-Werte über 50 Prozent führen nicht nur zum anschließenden Urin-Test, sondern wie zuletzt in vier Fällen bei der Friedensfahrt auch zu der üblichen 14-tägigen Sperre. Vom Ergebnis der Urin-Analyse hängen dann weitere Strafen ab. Seit 1. April wurden bisher Bo Hamburger (Dänemark) von CSC und Roland Meier (Schweiz) vom Essener Coast-Team als EPO-Benutzer überführt. Die offizielle UCI- Bestätigung nach der B-Probe steht allerdings noch aus.

Während des Giro werden täglich mindestens fünf Urin-Kontrollen vorgenommen, die nach der neuen Methode auch nach EPO-Spuren analysiert werden. Außerdem wird nach Anabolika und aufputschenden Substanzen gesucht. EPO kann nach der französischen Methode drei bis vier Tage nach der Gabe nachgewiesen werden.

In Italien und Frankreich gelten die härtesten Anti-Doping-Gesetze. Der Lokalmatador Marco Pantani wurde wegen «Sportbetrugs» aus dem Jahr 1995 Ende des vergangenen Jahres zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Eine Revision Pantanis läuft - genau wie ein weiterer Prozess gegen den von der Tour de France ausgesperrten Kletter-Spezialisten. Der diesjährige Giro-Topfavorit Pantani war 1999 wegen eines überhöhten Hämatokrit-Wertes im Rosa Trikot zwei Etappen vor dem Ende der Italien-Rundfahrt wegen Doping-Verdachts suspendiert worden.

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