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19.05.2001 -
Pescara (dpa) - Jan Ullrich ist mit einer Erkältung in die heiße Phase seiner Tour-de-France-Vorbereitung gestartet. Beim 7,6 Km langen Prolog zum Auftakt des 84. Giro d`Italia von Montesilvano nach Pescara fuhr der Olympiasieger aus Merdingen der Konkurrenz hinterher.
Ullrich verlor auf Rang 85 insgesamt 39 Sekunden auf den Tagessieger Rik Verbrugghe, der mit 7:44,64 Minuten die Bestzeit fuhr. Der Belgier, im Frühjahr Gewinner des Fleche Wallonne, ist damit erster Träger des Rosa Trikots. «Ich bin nicht mit vollem Einsatz gefahren. Für mich ist das Ergebnis okay. In den nächsten Tagen geht es für mich darum durchzukommen», sagte der Telekom- Kapitän, dessen große Stunde bei seiner Giro-Premiere am 3. Juni beim 55,5 km langen Zeitfahren am Gardasee schlagen soll.
«Jan hat am Donnerstag eine leichte Erkältung mitgebracht, die wir vorsichtshalber mit Antibiotika behandeln. Es ist nichts Ernstes. Er hat kein Fieber, aber leichte Probleme mit den Bronchien», beschrieb am Samstag Telekom-Teamarzt Lothar Heinrich (Freiburg) die Symptome bei dem 27-jährigen Tour-Sieger von 1997. «Heute fühlte er sich schon ein bisschen besser als gestern. In den nächsten Tagen muss sich sein Zustand verbessern», sagte Teamchef Rudy Pevenage am Samstag, an dem die Profis bei ihrer Fahrt an der Adria-Küste zum Teil starken Rückenwind hatten.
Schnellster der vier deutschen Giro-Starter beim Prolog war erwartungsgemäß Danilo Hondo aus Cottbus. Der 27-jährige Sprinter, in dieser Saison schon zwei Mal erfolgreich, verlor 28 Sekunden auf Verbrugghe und hat damit in den nächsten Tagen vage Chancen auf das Rosa Trikot, wenn er sich bei den Zeitgutschriften schadlos halten kann. «Ich habe vielleicht mit einer etwas zu hohen Übersetzung begonnen, aber mit meinem Rückstand habe ich die nächsten Tage Möglichkeiten, ganz nach vorne zu kommen», sagte Hondo (8:12,01) im Ziel.
Die italienischen Top-Favoriten für den Gesamtsieg lagen am Samstag nicht weit auseinander. Publikums-Liebling Marco Pantani, zur Tour de France nicht zugelassen, verlor 49 Sekunden. Vorjahressieger Stefano Garzelli 36 und der Weltranglisten-Spitzenreiter Francesco Casagrande 37. Wie wenig ernst Ullrich den Prolog nahm, belegt auch die Tatsache, dass er sich im Gegensatz zu fast allen Konkurrenten nicht auf der Rolle vor dem von Fans dicht belagerten Mannschafts-Bus warm fuhr. Ein paar Runden auf der Straße reichten ihm vor den ersten 7600 Metern des diesjährigen Giro.
Die erste Etappe der insgesamt 3577 Km langen Italien-Rundfahrt, die am 10. Juni in Mailand endet, führt am Sonntag über 202 km von Giulianova nach Francavilla al Mare über hauptsächlich flaches Terrain. Mit einer Ausnahme: Auf halber Strecke muss der 1320 Meter hohe Capraro-Pass überwunden werden.
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